Weiße Flecken auf dem Salbei, gelbe Blätter an der Tomate, Radieschen ohne Knolle oder ein Tier in der Erde: Wenn auf dem Balkon etwas nicht stimmt, ist es längst nicht immer eine Krankheit. Viele Probleme sind Pflegefehler – zu viel oder zu wenig Wasser, zu wenig Licht, zu viel oder zu wenig Dünger. Hier findet ihr nach Symptom geordnet, was dahinterstecken kann, woran ihr die Ursachen unterscheidet und was hilft.
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Mehr InformationenBevor ihr zur Schere oder zu einem Mittel greift, lohnt ein genauer Blick. Drei Fragen grenzen die Ursache fast immer ein:
- Wie fühlt sich die Erde an? Prüft mit dem Finger unter der Oberfläche, ob sie trocken, feucht oder nass ist. Oben trockene Erde heißt nicht, dass es darunter auch trocken ist.
- Wo sitzt das Problem? Auf der Oberseite oder der Unterseite der Blätter, an alten oder jungen Blättern, an der Frucht oder an der Wurzel?
- Seht ihr Tiere? Viele Schädlinge sind nur ein bis zwei Millimeter groß und sitzen in Gruppen an den Triebspitzen oder unter den Blättern. Eine Lupe hilft.
Blätter verfärbt oder fleckig
Verfärbte Blätter sind das häufigste Zeichen, dass einer Pflanze etwas fehlt. Ein weißer Belag deutet auf einen Pilz, gelbe Blätter meist auf die Versorgung mit Nährstoffen, feine helle Sprenkel auf winzige Sauger. Helle, trockene Stellen nach einem sonnigen Tag sind oft schlicht Sonnenbrand.
Weiß auf dem Blatt? Vier Ursachen sehen ähnlich aus.
- Echter MehltauEin mehliger Belag, der auf der Blattoberseite liegt. Zur Karte
- Falscher MehltauOben gelbliche Flecken, der weißlich-graue Belag sitzt unten. Zur Karte
- SonnenbrandFast weiß und trocken, nur auf den Blättern zur Sonne. Zur Karte
- Feine SprenkelPünktchen im Blatt selbst, kein Belag. Meist waren es Sauger. Zum Vergleich

Helle Sprenkel im Blatt? Vier winzige Sauger.
- SpinnmilbenFeine helle Pünktchen, bei starkem Befall Gespinst. Vor allem an sonnigen, regengeschützten Plätzen. Zur Karte
- ThripseSilbrig glänzende Flecken mit schwarzen Kotpünktchen. Zur Karte
- ZikadenGelbliche Punkte, zuerst an den Blattadern. Die Tiere springen weg. Zur Karte
- Weiße FliegeKleine weiße Fliegen fliegen auf, die Blätter kleben. Zur Karte
Gelbe Blätter? Das Muster verrät die Ursache.

Woran ihr die Ursache erkennt
Weißer, mehliger Belag
Echter Mehltau. Der Belag liegt auf der Blattoberseite und erinnert an Schimmel, oft nach trockenen Tagen. An Zucchini und Kürbis kommt er meist erst im Spätsommer, dann lohnt eine Behandlung oft nicht mehr.
Was hilftSchneidet befallene Blätter sofort ab und gebt sie in den Hausmüll. Vorbeugend hilft Milch mit Wasser im Verhältnis 1 : 9.
Ratgeber: Mehltau auf Zucchini · Mehltau auf Salbei
Gelbliche Flecken oben, Belag unten
Falscher Mehltau. Oben zeigen sich gelbliche bis bräunliche Flecken, auf der Blattunterseite ein weißlich-grauer Belag, oft nach Regen und kühlen Tagen. Feldsalat ist dafür anfällig, neue Sorten sind meist widerstandsfähig.
Was hilftEntfernt die befallenen Teile und gießt nur in den Wurzelbereich, damit die Blätter trocken bleiben.
Ratgeber: Mehltau auf Zucchini
Graugrüne, dann braunschwarze Flecken an Tomaten und Kartoffeln
Kraut- und Braunfäule. Die Flecken beginnen meist an älteren Blättern, bei Feuchte mit grauweißem Belag auf der Unterseite. Am Stängel entstehen scharf begrenzte schwarzbraune Stellen, an den Früchten harte, braune Flecken. Oft zeigt sich der Befall zuerst an den Früchten. Der Pilz braucht nasse Blätter; seine Sporen fliegen weit, auch bis auf den Stadtbalkon.
Was hilftBefallene Blätter und Früchte sofort entfernen und nicht mehr essen. Vorbeugend ist der Balkon im Vorteil: Ein Platz unter dem Vordach hält die Blätter trocken. Nur an den Fuß gießen, die unteren Blätter bis zur ersten Fruchttraube entfernen und die Pflanzen nicht zu eng stellen. Eng anliegende Tomatenhauben schützen nicht sicher, weil sich darunter Tau bildet.
Ratgeber: Tomaten auf dem Balkon anbauen · Tomaten richtig ausgeizen
Runde graubraune Flecken mit Ringen
Dürrfleckenkrankheit. Die Flecken tragen eine ringförmige Zeichnung und beginnen an den unteren Tomatenblättern. Die Frucht fault am Kelch und wird dabei weich; bei der Braunfäule bleiben die Stellen hart.
Was hilftBefallene Blätter entfernen. Der Pilz überdauert an Holzstäben, deshalb die Stäbe nach der Saison reinigen.
Mausgrauer, stäubender Belag
Grauschimmel. Erst graugrüne Flecken an Stängel, Blattstiel oder Blatt, dann ein grauer Pilzrasen, der beim Berühren staubt. Er kommt bei hoher Luftfeuchte und wenn die Pflanzen lange nass sind.
Was hilftBefallene Teile entfernen, die Pflanzen trocken halten und nicht über die Blätter gießen. Luft zwischen den Töpfen hilft.
Rostrote Pusteln an Kräutern
Rost. Kleine rostrote, später braune Pusteln, vor allem an Minze, Majoran, Oregano und Schnittlauch. Der Minzrost ist bei uns schon im Minze-Ratgeber beschrieben.
Was hilftBefallene Triebe direkt abschneiden und entsorgen, Schnittlauch bodennah zurückschneiden.
Ratgeber: Minze auf dem Balkon anbauen
Gelbes Mosaik, verkrüppelte Zucchiniblätter
Zucchinigelbmosaikvirus. Die Blätter zeigen gelbe Muster und wachsen verkümmert, die Früchte werden beulig. Übertragen wird das Virus von Blattläusen und über verschmutzte Messer.
Was hilftHeilen lässt es sich nicht. Entfernt die Pflanze, haltet Blattläuse klein und reinigt das Messer nach dem Ernten.
Untere Blätter werden gleichmäßig hell oder gelb
Zu wenig Stickstoff. Die Pflanze holt sich den Nährstoff aus den alten Blättern für den Neutrieb, deshalb vergilben die unteren zuerst, und sie bleibt klein. Im Topf kommt von außen nichts nach, und häufiges Gießen wäscht Dünger aus.
Was hilftRegelmäßig düngen, lieber öfter in kleiner Menge. Ein flüssiger Gemüsedünger wirkt am schnellsten.
Ratgeber: Balkongemüse richtig düngen
Gelb zwischen den Adern, die Adern bleiben grün
Magnesium- oder Eisenmangel. Beginnt es an unteren und mittleren Blättern, fehlt meist Magnesium, oft nach einer Düngung mit viel Kali ohne Magnesium. Werden die jüngsten Blätter so gelb, fehlt eher Eisen; das passiert in kalkreicher Erde.
Was hilftBei Magnesiummangel ein magnesiumhaltiger Dünger, etwa Bittersalz. Bei Eisenmangel hilft kurzfristig ein Eisendünger, auf Dauer weniger kalkhaltige Erde.
Braune, eingerollte Ränder an älteren Blättern
Kaliummangel oder Wassermangel. Beides sieht ähnlich aus und kommt oft zusammen vor. Fühlt die Erde, bevor ihr düngt.
Was hilftGleichmäßig gießen und einen Gemüsedünger mit Kalium nehmen.
Ratgeber: Balkongemüse richtig gießen
Blätter rollen sich ein, obwohl die Erde feucht ist
Zu viel Dünger. Bei Tomaten zeigt sich eine Überdüngung oft so. Rollen sich die Blätter löffelartig von unten nach oben ein, kann es auch das harmlose Blattrollen der Tomate sein, etwa nach starkem Ausgeizen oder Trockenheit.
Was hilftTauscht die oberste Erdschicht gegen ungedüngte Erde, spült die Nährstoffe einige Tage lang aus und düngt erst wieder, wenn die Pflanze es braucht.
Ratgeber: Balkongemüse richtig düngen
Aufgehellte Stellen an Tomatenblättern nach einer kalten Nacht
Kälte. Zwischen den Adern der unteren Blätter hellt sich das Gewebe auf und stirbt später ab; das sieht aus wie Magnesiummangel. Schon eine Nacht unter 5 Grad kann junge Tomaten schädigen.
Was hilftFruchtgemüse erst ab Anfang bis Mitte Mai hinausstellen, Basilikum nicht vor Mitte Mai. Bei kalten Nächten wieder hereinholen.
Helle, trockene Flecken nach Sonne
Sonnenbrand. Die Flecken sind fast weiß und papierartig und sitzen auf den Blättern, die zur Sonne zeigen. Meist trifft es Jungpflanzen, die ungewöhnt in die volle Sonne gekommen sind, oder Pflanzen nach einer trüben Phase.
Was hilftJungpflanzen zwei bis drei Wochen lang an Sonne und Wind gewöhnen: erst an trüben Tagen oder geschützt hinaus, nachts anfangs wieder hinein. Die Flecken bleiben, neue Blätter wachsen gesund nach.

Fleckige Blätter bei Sellerie
Blattfleckenkrankheit. Ein Pilz macht braune Flecken mit kleinen schwarzen Punkten. Er breitet sich bei Nässe aus, vor allem, wenn die Pflanzen eng stehen.
Was hilftBefallene Blätter abnehmen, von unten gießen, mehr Abstand. Schachtelhalm-Brühe höchstens vorbeugend.
Ratgeber: Sellerie auf dem Balkon anbauen
Klebriger Belag, später schwarz
Honigtau von Saugern. Blattläuse und Weiße Fliegen scheiden ihn aus. Er lockt Ameisen an, und auf ihm wächst ein schwarzer Rußtau.
Was hilftDen Verursacher suchen: Blattläuse sitzen an den Triebspitzen, die Weiße Fliege fliegt bei Berührung auf.
Bei Mehltau und anderen Pilzen kommt es auf Schnelligkeit an. Schneidet befallene Blätter entschlossen ab – wer zögerlich schneidet, hat den Pilz bald wieder auf der ganzen Pflanze. Die Reste gehören in den Hausmüll, nicht auf den Kompost. Gießt am besten morgens und nur an den Wurzeln, damit die Blätter trocken bleiben.
Pflanze welkt oder wächst nicht
Hängende Blätter sehen bei zu wenig und bei zu viel Wasser fast gleich aus. Den Unterschied zeigt die Erde: Ist sie unter der Oberfläche trocken, hat die Pflanze Durst. Ist sie noch feucht oder sogar nass, hat sie zu viel bekommen – dann bitte nicht gießen, sonst wird es schlimmer.

Blätter hängen, die Erde ist trocken
Zu wenig Wasser. Töpfe und Kästen trocknen im Sommer schnell aus. Eine Tomate im Zehn-Liter-Topf braucht an heißen Tagen jeden Tag Wasser.
Was hilftAusgiebig gießen, an heißen Tagen mindestens einmal täglich nachsehen. Für den Urlaub gibt es einfache Bewässerungen.
Ratgeber: Balkongemüse richtig gießen · Urlaubsbewässerung
Blätter hängen, die Erde ist nass
Zu viel Wasser. In nasser Erde bekommen die Wurzeln keine Luft, die Pflanze hört auf zu wachsen und wird gelb. Steht Wasser im Untersetzer, bleibt die Erde dauernd nass. Faulen die Wurzeln schon, sieht man es von außen nicht: Topft die Pflanze aus und schaut, ob die Wurzeln braun und weich sind.
Was hilftNicht mehr gießen, den Untersetzer leeren, die Ablauflöcher frei machen. Beim nächsten Umtopfen eine Schicht aus Sand und Kies unten in den Topf.
Ratgeber: Balkongemüse richtig gießen
Stängel faulen am Boden
Zu feucht und zu eng. Das passiert, wenn Wasser nicht abfließen kann oder die Stängel dicht an dicht stehen, etwa beim Basilikum.
Was hilftLasst das Wasser abfließen und lichtet die Pflanze aus.
Ratgeber: Basilikum auf dem Balkon anbauen
Wächst kaum, die Erde ist hart
Verdichtete Erde. In fester Erde kommen Wurzeln schlecht voran.
Was hilftLockert sie mit Kompost oder topft in frische Gemüseerde um.
Ratgeber: Erde für Balkongemüse
Kräuter verkahlen von unten
Die Kräuter verholzen. Thymian, Rosmarin, Oregano und Salbei verholzen von der Wurzel her und treiben dann nur noch an den Spitzen aus.
Was hilftSchneidet sie jedes Frühjahr kräftig zurück, aber nie in den verholzten Teil hinein: Dort wächst nichts mehr nach.
Ratgeber: Kräuter im Frühjahr zurückschneiden · Thymian schneiden · Rosmarin schneiden
Welkt trotz Pflege, Larven in der Erde
Dickmaulrüssler oder Engerlinge. Beide Larven fressen an den Wurzeln, nicht jede schadet. Beim Umtopfen sieht man, wer es ist.
Was hilftErst bestimmen, siehe weiße Larven im Topf.
Keine Knolle, keine Früchte, die Pflanze schießt
Die Pflanze sieht gesund aus, aber es gibt nichts zu ernten: Radieschen bilden nur Blätter, die Tomate wirft ihre Blüten ab, der Koriander geht in die Blüte. Das liegt fast nie an einer Krankheit, sondern an Standort, Abstand, Temperatur oder Bestäubung.
Radieschen ohne Knolle
Zu eng, zu dunkel, zu warm. Häufige Gründe sind zu enge Saat, zu wenig Licht, feste Erde, Hitze oder eine Sorte für eine andere Jahreszeit.
Was hilftSät mit 3 bis 5 cm Abstand an einen sonnigen bis halbschattigen Platz in lockere Erde und wählt die Sorte passend zur Jahreszeit.
Ratgeber: Radieschen bilden keine Knollen
Radieschen schießen in die Höhe
Lange Tage, Wärme, Trockenheit. Statt einer Knolle wächst ein langer Stängel mit Blüten. Auch Wassermangel in den ersten Wochen löst das aus.
Was hilftFür den Sommer schossfeste Sorten und einen halbschattigen Platz wählen, gleichmäßig feucht halten, sonst im Frühjahr oder ab dem Spätsommer säen.
Ratgeber: Radieschen auf dem Balkon anbauen
Sellerie mit kleiner Knolle
Pflanztiefe, Wasser, Dünger. Meist steht der Sellerie zu tief, die Mitte der Pflanze muss frei bleiben. Auch Trockenheit, zu wenig Dünger oder ein zu enger Stand halten die Knolle klein.
Was hilftNicht tiefer pflanzen, gleichmäßig gießen, regelmäßig düngen, genug Abstand.
Ratgeber: Sellerie auf dem Balkon anbauen
Sellerie oder Fenchel schießen
Kälte oder Hitze. Sellerie schießt, wenn er in der Jugend wochenlang zu kühl stand. Fenchel schießt bei Hitze und Trockenheit.
Was hilftSellerie erst dauerhaft hinausstellen, wenn es nachts nicht mehr unter etwa 10 Grad hat, in kalten Nächten ein Vlies. Fenchel braucht einen luftigen Platz ohne Mittagssonne und genug Wasser.
Ratgeber: Fenchel auf dem Balkon anbauen
Zucchini oder Kürbis blühen, setzen aber keine Früchte an
Keine Bestäubung. Die weiblichen Blüten werden nicht bestäubt. Jede Blüte ist nur einen Morgen lang für wenige Stunden offen.
Was hilftAuf dem Balkon hilft oft nur das Bestäuben von Hand.
Ratgeber: Zucchiniblüten von Hand bestäuben · Kürbisblüten von Hand bestäuben
Tomaten werfen ihre Blüten ab
Zu kalt, zu heiß oder zu trocken. Bei Nächten unter etwa 13 oder über 24 Grad wachsen die Pollen schlecht, tagsüber stört Hitze über 32 Grad bei trockener Luft. Auch zu viel oder zu wenig Wasser und Dünger spielen mit.
Was hilftAn heißen Tagen leicht schattieren und gleichmäßig gießen.
Koriander, Melisse oder Thymian blühen
Die natürliche Blüte im Sommer. Blühender Koriander wird bitter, Zitronenmelisse verliert an Aroma. Oregano und Salbei dagegen sind in der Blüte besonders aromatisch.
Was hilftVorher regelmäßig ernten oder kräftig zurückschneiden.
Ratgeber: Koriander schneiden · Zitronenmelisse schneiden · Mangold schießt: Saatgut gewinnen
Früchte und Knollen: platzt, bitter, holzig
Manchmal ist die Ernte da, aber sie schmeckt nicht oder sieht seltsam aus. Meist steckt unregelmäßiges Gießen, die falsche Saattiefe oder ein zu später Erntezeitpunkt dahinter.

Brauner, eingesunkener Fleck unten an der Tomate
Blütenendfäule. Keine Krankheit: Am Blütenansatz fehlt Calcium. In der Erde ist meist genug da, aber an heißen Tagen geht das Wasser mit dem Calcium in die Blätter statt in die Früchte. Unregelmäßiges Gießen und Überdüngung fördern es, manche Sorten sind anfälliger.
Was hilftGleichmäßig gießen und nicht überdüngen. Kalk zu streuen hilft meist nicht.
Ratgeber: Tomaten auf dem Balkon anbauen
Tomaten platzen auf
Viel Wasser nach Trockenheit. Die Früchte nehmen schnell Wasser auf und reißen. Dünnschalige Sorten platzen auch bei hoher Luftfeuchte.
Was hilftGleichmäßig gießen, auch nach Regen nicht auf einmal viel.
Grüner oder gelber, harter Ring am Stielansatz
Grünkragen. Er hängt stark an der Sorte und wird von viel Sonne, Hitze, viel Stickstoff und starkem Ausgeizen gefördert. Die Früchte sind essbar.
Was hilftAn Südbalkonen leicht schattieren, nicht zu viel düngen.
Helle, ledrige Stellen an Früchten
Sonnenbrand an Früchten. Er trifft Tomaten, wenn viele Blätter entfernt wurden, und Kürbisse im späten Sommer. Die Früchte bleiben verwendbar.
Was hilftNicht zu viele Blätter entfernen, damit die Früchte Schatten haben.
Radieschen platzen oder werden pelzig
Schwankende Wassergaben, oder sie standen zu lange: Dann gehen Radieschen in die Blüte und werden pelzig.
Was hilftGießt regelmäßig und gleichmäßig, und erntet rechtzeitig.
Radieschen länglich und holzig
Zu tief gesät.
Was hilftSät nicht tiefer als 1 cm.
Fenchel hart und faserig
Er beginnt zu blühen.
Was hilftErntet, sobald die Knolle etwa faustgroß ist oder die Pflanze in die Höhe schießt.
Koriander schmeckt bitter
Er blüht.
Was hilftErntet ab Ende Mai regelmäßig, dann bleibt er länger bei den Blättern.
Zucchini, Kürbis oder Gurke schmecken bitter
Giftige Bitterstoffe. Nicht essen, siehe den Hinweis darunter.
Bittere Zucchini sind giftig.
Schmeckt eine Zucchini, ein Kürbis oder eine Gurke bitter, enthält die Frucht Bitterstoffe, die in hoher Konzentration zu Vergiftungen führen können. Probiert vor dem Kochen ein kleines Stück roh. Ist es bitter, spuckt es aus und werft die ganze Frucht weg – Kochen, Braten oder Backen zerstört die Bitterstoffe nicht. Vergiftungen sind selten, weil der bittere Geschmack meist vorher warnt.
Das Risiko steigt bei Pflanzen aus selbst geernteten Samen, besonders bei Zucchini: Insekten tragen Pollen von Zierkürbissen weit, und erst die Samen der bestäubten Früchte bringen bittere Pflanzen. Nehmt deshalb bei Kürbisgewächsen jedes Jahr gekauftes Saatgut (mehr dazu unter Saatgut für Gemüse auf dem Balkon).
Ein Tier an der Pflanze oder in der Erde
Auf dem Balkon gibt es weniger Schädlinge als im Garten, Schnecken etwa haben dort kaum eine Chance. Andere fühlen sich gerade dort wohl: Spinnmilben lieben sonnige, regengeschützte Plätze. Blattläuse kommen mit gekauften Pflanzen oder fliegen zu, und ihre Eier überwintern sogar an den Pflanzen. Längst nicht jedes Tier ist aber ein Schädling. Bevor ihr etwas entfernt, schaut genau hin.
Schädlinge
Winzige Tiere in Gruppen an den Triebspitzen
Blattläuse. Ein bis zwei Millimeter groß, dicht gedrängt an Triebspitzen und Blattunterseiten, dazu klebriger Belag und Ameisen.
Was hilftBraust die Pflanze ab oder spritzt die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl herunter, schneidet stark befallene Spitzen ab, oder sprüht Schwarzen Tee oder Seifenlauge. Und lasst den Nützlingen Zeit: Nach zwei bis drei Wochen stellt sich meist ein Gleichgewicht ein.
Ratgeber: Blattläuse auf dem Balkon bekämpfen
Feine helle Pünktchen, später Gespinst
Spinnmilben. Etwa einen halben Millimeter groß, sie sitzen auf der Blattunterseite und sind mit der Lupe zu sehen. Bei starkem Befall werden die Blätter gelb bis bronzefarben und tragen feine Gespinste. Sie lieben trockene Wärme, besonders an sonnigen Plätzen unter dem Dach.
Was hilftDie Pflanzen gut versorgen und von unten abbrausen; das erhöht aber das Pilzrisiko, also morgens. Gekaufte Raubmilben brauchen über 18 Grad und feuchte Luft und wirken auf einem heißen, trockenen Balkon kaum.
Silbrig glänzende Flecken mit schwarzen Pünktchen
Thripse. Schlanke Insekten von ein bis zwei Millimetern. Der Silberglanz ist Luft im ausgesaugten Gewebe; die schwarzen Kotpünktchen unterscheiden sie von Spinnmilben.
Was hilftBlaue oder gelbe Leimtafeln zeigen, ob sie da sind.
Kleine weiße Fliegen fliegen bei Berührung auf
Weiße Fliege. Etwa anderthalb Millimeter groß und weiß bepudert, sie sitzt auf der Blattunterseite. Sie hinterlässt Honigtau, auf dem schwarzer Rußtau wächst. Draußen überlebt sie den Winter nicht und kommt meist mit gekauften Jungpflanzen.
Was hilftGekaufte Pflanzen vor dem Aufstellen unter den Blättern kontrollieren. Im Freien ist meist keine Bekämpfung nötig, Gelbtafeln fangen einen Teil weg.
Junge Blätter wie ein Sieb durchlöchert
Erdflöhe. Ein bis drei Millimeter kleine, schwarze oder gelb gestreifte Käfer, die springen. Sie fressen an Radieschen, Rucola und Kohl. Ältere Pflanzen mit mehreren Blättern stecken den Fraß meist weg.
Was hilftEin feines Netz direkt nach der Aussaat und zügiges Wachstum.
Ratgeber: Radieschen auf dem Balkon anbauen
Helle Flecken oder Gänge im Blatt
Minierfliegen. Ihre Larven fressen im Blatt: an Spinat und Mangold helle, unregelmäßige Flecken, an Tomaten verschlungene Gänge. Meist bleibt der Schaden klein.
Was hilftBefallene Blätter entfernen. Bei Spinat und Mangold ein Netz nach der Saat.
Raupen und Fraßlöcher an Kohl
Kohlweißling. Seine Raupen fressen die Blätter von Kohl und Blumenkohl.
Was hilftEin Schutznetz hält die Falter fern. Kontrolliert regelmäßig und sammelt Eier und Raupen ab.
Ratgeber: Blumenkohl · Grünkohl
Metallisch grüne oder blaue Käfer an Minze
Minzeblattkäfer. Etwa einen Zentimeter groß, mit braunen Larven, die die Blätter fressen.
Was hilftKäfer und Larven absammeln, im Frühjahr die Eigelege.
Ratgeber: Minze auf dem Balkon anbauen
Fraßlöcher und Schleimspuren
Schnecken. Auf dem Balkon selten, Basilikum und Salat sind aber beliebt.
Was hilftAbsammeln und die Pflanzen nicht zu bodennah wachsen lassen.
Ratgeber: Basilikum auf dem Balkon anbauen
Erst bestimmen
Dicke weiße Larven im Topf
Engerling oder Dickmaulrüssler? Larven mit Brustbeinen sind Engerlinge. Die des Rosenkäfers sind nützlich und stehen unter Naturschutz, die des Maikäfers fressen Wurzeln; wie man sie unterscheidet, steht im Engerlinge-Ratgeber. Larven ohne Beine mit hellbrauner Kopfkapsel, bis gut einen Zentimeter lang, gehören zum Dickmaulrüssler. Sie fressen die Wurzeln von Topfpflanzen, die dann welken, die meisten Ausfälle gibt es von September bis März. Der schwarze Käfer selbst frisst nachts Buchten in die Blattränder.
Was hilftRosenkäfer-Engerlinge in Ruhe lassen. Gegen Dickmaulrüssler-Larven helfen Nematoden, im August oder September mit dem Gießwasser in die feuchte Erde gegeben; je nach Art brauchen sie mindestens 5 oder 12 Grad in der Erde. Gelbbraune Kügelchen in gekaufter Erde sind meist Depotdünger, keine Eier.
Ratgeber: Engerlinge in der Gemüseerde
Lästig oder harmlos
Kleine schwarze Mücken über der Erde
Trauermücken. Zu erkennen an ihrer Paarung, bei der sie sich an den Hinterteilen verbinden. Ihre Larven fressen vor allem abgestorbenes Material; gefährlich werden sie nur Keimlingen und Stecklingen.
Was hilftLasst die Erde zwischendurch abtrocknen, hängt Gelbtafeln auf und setzt gegen die Larven Nematoden ein.
Ratgeber: Trauermücken und Fruchtfliegen
Helle Sprenkel auf Salbei, Minze oder Basilikum
Zikaden. Ab April zeigen sich gelbliche Punkte, vor allem an jungen Blättern und ohne Gespinst. Die zwei bis vier Millimeter kleinen Tiere springen oder fliegen weg, wenn ihr die Pflanze berührt. Sie befallen besonders Salbei, Minze, Majoran, Oregano, Thymian, Rosmarin und Melisse.
Was hilftMeist nichts, der Schaden ist gering. Sonst Gelbtafeln, ein Netz, bevor Eier auf der Pflanze sind, und ein kräftiger Rückschnitt im Herbst.
Nützlinge
Längliche dunkle Larven, oft mitten in einer Lauskolonie
Marienkäfer und ihre Larven. Die Larven sehen ihren Eltern kaum ähnlich: langgestreckt, gegliedert, mit Borsten, die des häufigen Asiatischen Marienkäfers schwarz mit orangen Dornen. Die Eier sind leuchtend gelb und liegen in Gruppen unter den Blättern. Larven wie Käfer fressen Blattläuse, der 22-Punkt-Marienkäfer sogar Mehltau.
Was hilftIn Ruhe lassen.
Braun gesprenkelte, flinke Larven mit Zangen
Florfliegen. Ihre Larven heißen „Blattlauslöwen“, werden bis einen Zentimeter lang und fressen Blattläuse. Die Eier sitzen einzeln auf feinen Stielen, die erwachsenen Tiere sind zart grün.
Was hilftIn Ruhe lassen.
Durchscheinende Maden ohne Beine zwischen Läusen
Schwebfliegen. Ihre Larven fressen in ihrem Leben mehrere hundert Blattläuse. Die erwachsenen Tiere sehen aus wie kleine Wespen, haben aber keinen Stachel.
Was hilftIn Ruhe lassen. Blühende Kräuter locken die Erwachsenen an.
Braunes Insekt mit Zangen am Hinterleib
Ohrwurm. Er frisst viele Blattläuse und kneift nicht.
Was hilftEin umgedrehter Tontopf mit Holzwolle gibt ihm Unterschlupf.
Große, getigerte Nacktschnecke
Tigerschnegel. Braungrau mit dunklen Flecken und Streifen. Er frisst vor allem abgestorbene Pflanzenteile und Pilze, dazu die Gelege anderer Nacktschnecken.
Was hilftIn Ruhe lassen.
Gekaufte Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegenlarven oder Raubmilben wirken im Freien meist nicht ausreichend; eine Ausnahme sind Nematoden gegen Larven in der Erde. Besser holt ihr euch die Helfer mit ein paar heimischen Blumen und einem kleinen Insektenhotel auf den Balkon. Chemische Mittel gegen Insekten sind für Gemüse und Kräuter meist ungeeignet: Sie sind giftig und treffen auch Bienen.
Bei der Anzucht: keimt nicht oder kippt um
Die meisten Probleme bei Keimlingen haben mit Licht, Wärme und Wasser zu tun – und mit dem, was auf der Samentüte steht.

Es keimt nichts
Licht- oder Dunkelkeimer verwechselt, altes Saatgut, zu kalt. Über Lichtkeimer wie Salat kommt keine Erde, Dunkelkeimer brauchen eine dünne Schicht. Älteres Saatgut keimt schlechter.
Was hilftDen Hinweis auf der Tüte beachten, älteres Saatgut etwas dichter säen. Die meisten Samen brauchen zum Keimen 15 bis 20 Grad.
Ratgeber: Anzucht aus Samen · Saatgut für Gemüse auf dem Balkon
Lange, dünne, blasse Keimlinge
Vergeilt. Die Keimlinge strecken sich zum Licht, neigen sich zum Fenster und kippen später um. Ursache ist zu wenig Licht oder zu viel Wärme nach der Keimung. Vergeilte Keimlinge holen den Rückstand nicht mehr auf.
Was hilftEin hellerer Platz oder eine Pflanzenlampe, und nach dem Aufgehen etwas kühler stellen. Wenn ihr es früh seht, lohnt ein Neustart mehr als langes Warten.
Ratgeber: Anzucht aus Samen · Tomaten aussäen · Paprika aussäen
Keimlinge knicken an der Erde ein und fallen um
Umfallkrankheit. Pilze in der Erde schnüren den Stängel direkt an der Oberfläche ein. Sie kommen bei kühler Nässe, zu viel Wasser und zu dichter Saat.
Was hilftFrische Anzuchterde und saubere Gefäße, sparsam gießen, Licht und Luft. Umgefallene Keimlinge erholen sich nicht.
Ratgeber: Zimmergewächshaus zur Anzucht
Weißer Flaum auf der Anzuchterde
Pilzgeflecht. Meist harmlos: Es zersetzt organisches Material. Es zeigt aber, dass die Erde zu nass ist und die Luft steht, also dieselben Bedingungen, die die Umfallkrankheit fördern.
Was hilftDie Oberfläche zwischendurch abtrocknen lassen und regelmäßig lüften.
Auch Trauermücken mögen nasse Anzuchterde, ihre Larven können Keimlingen schaden, siehe Trauermücken. Und wer Jungpflanzen ohne Gewöhnung in die Sonne stellt, sieht bald Sonnenbrand.
Häufige Fragen
Kann ich Gemüse von kranken Pflanzen noch essen?
Meist ja. Befallene Blätter schneidet ihr ab und esst sie nicht mehr, die gesunden Blätter bleiben essbar. Die Früchte von Zucchini mit Mehltau könnt ihr gründlich gewaschen essen. Ausnahmen sind Tomaten mit Braunfäule und bittere Zucchini, Kürbisse und Gurken: Sie gehören in den Müll.
Gehören kranke Blätter auf den Kompost?
Nein. Ein Pilz wie Mehltau kann sich im Kompost weiter ausbreiten und kommt mit der Komposterde zurück an eure Pflanzen. Befallene Teile gehören in den Hausmüll.
Hilft Milch gegen Mehltau?
Vorbeugend ja. Mischt einen Teil Milch mit neun Teilen Wasser und sprüht die Pflanze alle zwei bis drei Tage vollständig ein. Gegen einen starken Befall reicht das nicht. Dann schneidet ihr die befallenen Teile großzügig ab und nehmt ein biologisches Mittel gegen Pilze.
Wie kommen Schädlinge überhaupt auf einen Balkon weit oben?
Meist mit gekauften Pflanzen. Blattläuse legen ihre Eier an den Pflanzen ab, wo sie den Winter überstehen, und manche bilden Flügel aus und fliegen zu. Die Weiße Fliege kommt meist mit befallenen Pflanzen, manchmal fliegt sie von Zierpflanzen zu, Trauermücken leben oft schon in der Blumenerde der Zimmerpflanzen.
Lohnen sich gekaufte Nützlinge?
Auf dem Balkon meist nicht. Gekaufte Marienkäfer, Florfliegenlarven oder Raubmilben wirken im Freien meist nicht ausreichend, Raubmilben brauchen zudem mehr Wärme und Luftfeuchte, als ein Balkon bietet. Gut wirken Nematoden gegen Larven in der Erde, etwa gegen Trauermücken oder Dickmaulrüssler.
Brauche ich chemische Pflanzenschutzmittel?
Für Gemüse und Kräuter fast nie. Die meisten Mittel sind giftig und schaden auch Bienen. Probiert zuerst Wasser, Hausmittel und Nützlinge – und gebt den Pflanzen etwas Zeit.

