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Kürbis auf dem Balkon anbauen

Wir zeigen euch wie Kürbis auf dem Balkon anbauen gelingt. Denn Kürbis ist aufgrund seines tollen Geschmacks und der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Küche ein beliebtes Gemüse für Hobbygärtner. Für Balkongärtner ist er aufgrund seines großen Wuchses und dem damit verbundenen Platzbedarf eine kleine Herausforderung.

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Anbau

Von den Samen bis zur Pflanze auf dem Balkon

Kürbis-Samen und Kürbis-Sorten für den Kürbisanbau auf dem Balkon

Um Kürbis auf dem Balkon anbauen zu können, müsst ihr euch im Vorfeld über die Sorten Gedanken machen. Kürbispflanzen auf dem Balkon und Kürbisse selber können enorme Ausmaße annehmen. Nicht umsonst gibt es in vielen Gegenden Kürbismeisterschaften, in denen es um die Prämierung der größten und schwersten Kürbisse geht. Dass solche Monsterkürbisse nicht für den Balkonanbau geeignet sind, liegt aufgrund von Platzmangel und Statik auf der Hand. Besser geeignet sind kleine Sorten. Hier erfreut sich vor allem der Hokkaido-Kürbis größter Beliebtheit. Auch der Butternut-Kürbis ist häufig anzutreffen. Achtet beim Kauf von Kürbissamen auf die zu erwartende Fruchtgröße, dann steht dem Anbau kaum noch etwas im Wege. Eine kompakte Sorte für den Balkon ist der Hokkaido-Kürbis.

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Kürbis aussäen und vorziehen

Kürbisse können als Direktsaat auf dem Balkon gesät werden. Da Kürbisse kälteempfindlich sind, geht das erst nach den Eisheiligen im Mai. Um früher an die Ernte zu kommen, bietet es sich an, die Kürbisse in der Wohnung vorzuziehen. Lange braucht das nicht: Sät ab Mitte April, denn nach drei bis vier Wochen ist die Jungpflanze groß genug, und zu groß soll sie beim Auspflanzen nicht sein. Für die Anzucht von Kürbissen benötigt ihr die Kürbissamen, etwas Anzuchterde und kleine Anzuchttöpfe. Die Anzuchttöpfe sollten lieber etwas größer sein, etwa 8 bis 10 Zentimeter. Wenn ihr kleine Töpfe nehmt, müsst ihr die Kürbiskeimlinge noch einmal umtopfen.

Die Anzuchttöpfe füllt ihr zu etwa 2/3 mit Erde und gebt die Kürbissamen hinein. Wir geben immer 2-3 Samen in einen Anzuchttopf und entfernen überzählige oder schwache Jungpflanzen nach der Keimung. Ein oder zwei Samen je Topf genügen aber auch. Dann bedeckt ihr die Samen mit etwa 1 bis 2 Zentimetern Erde. Ihr solltet Anzuchterde nehmen, da diese keinen Dünger enthält. Der hohe Mineralgehalt wäre für die kleinen Keimlinge noch schädlich. Wenn ihr die Anzuchttöpfe anschließend in ein Zimmergewächshaus stellt, keimen die kleinen Kürbispflanzen noch schneller.

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Hokkaido-Kürbiskeimlinge im Anzuchttopf

Am besten keimen Kürbissamen bei 20 bis 25 Grad. Die Keimlinge müsst ihr dann feucht, aber nicht nass halten. Bei diesen optimalen Bedingungen zeigen sich die ersten Keimlinge meist nach etwa einer Woche; ist es kühler, dauert es länger. Wenn die ersten Keimlinge zu sehen sind, brauchen sie viel Licht und Wärme. Sobald sich die ersten zwei Keimblätter ausgebildet haben, solltet ihr die Anzahl Kürbispflanzen im Topf auf einen Keimling pro Topf reduzieren. Überzählige Keimlinge umzusetzen lohnt sich nicht, denn Kürbiswurzeln vertragen es schlecht, wenn man sie stört.

Spät dran? Direkt säen geht noch bis Ende Mai, spätestens Anfang Juni. Hokkaido braucht von der Saat bis zur reifen Frucht gut 100 Tage, und vor dem ersten Frost muss er herein. Wer erst im Juli oder August sät, bekommt meist keine reifen Kürbisse mehr. Wie ihr Hokkaido-Kürbis vorzieht und pflanzt, zeigen wir ausführlich in einem eigenen Beitrag.

Kerne aus einem gekauften Hokkaido könnt ihr aussäen, aber was daraus wächst, ist Glückssache. Viele Hokkaido-Sorten sind F1-Hybriden, und deren Nachkommen werden nicht wie die Mutterpflanze. Außerdem kann sich der Kürbis mit anderen Sorten gekreuzt haben. Sicherer ist gekauftes Saatgut. Und ganz wichtig: Schmeckt ein Kürbis bitter, esst ihn nicht, auch nicht gekocht. Die Bitterstoffe (Cucurbitacine) sind giftig.

Übrigens: Hier erfahrt ihr noch mehr über das Anziehen von Gemüse aus Samen.

Kürbis auf den Balkon aussetzen

Wenn es tagsüber frostfrei und sonnig wird, könnt ihr die Pflanzen langsam an die Außentemperaturen gewöhnen und zunächst stundenweise auf den Balkon stellen. Die Kürbis-Jungpflanzen sind nach mehr als vier Wochen schon recht groß geworden und brauchen bald einen größeren Topf und mehr Nährstoffe. Sobald die Nächte frostfrei bleiben (meist sicher nach den Eisheiligen), solltet ihr daher die Kürbispflanzen umtopfen. Die Kürbisse müssen dann in ein Gefäß (Kübel, sehr großer Blumentopf oder ein Balkonhochbeet) umgetopft werden. Dieses Gefäß befüllt ihr mit Gemüseerde und grabt in die Mitte ein Loch, in das ihr den Kürbis einsetzen könnt. Das Gefäß sollte mindestens 40 cm Durchmesser haben und gut 30 bis 40 Liter Erde fassen, je Pflanze einer. Es gilt die Regel, dass je mehr Platz die Pflanze bekommt, desto höher ist ihr Ertrag. Ein Balkonhochbeet eignet sich besonders gut, da gleich zwei oder mehr Pflanzen zusammenstehen können. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung und damit die Ernte.

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Kürbis auf dem Balkon anbauen: Standort und Pflege und düngen

Die Kürbispflanzen brauchen viel Wasser und viele Nährstoffe, denn sie sind Starkzehrer. Im Kübel gebt ihr deshalb ein- bis zweimal pro Woche etwas Flüssigdünger ins Gießwasser. Gießt gleichmäßig und lasst die Erde nicht austrocknen; an heißen Sommertagen braucht ein Kübel oft jeden Tag Wasser. Als Standort solltet ihr einen Sonnenplatz wählen. Die Kürbisse sollten geschützt vor starkem Regen und starken Winden stehen. Sie sind aber grundsätzlich robust. Wenn ihr Kürbis auf dem Balkon anbauen wollt, benötigen die Pflanzen schnell viel Platz. Eine ausgewachsene Kürbispflanze kann auch auf dem Balkon leicht mehr als einen Quadratmeter Platz beanspruchen.

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Kürbiskrankheiten auf dem Balkon

Es kann vorkommen, dass euer Kürbis weiße oder graue Flecken bildet. Dann ist die Kürbispflanze krank und braucht eure Hilfe denn der Mehltau hat eure Kürbispflanze befallen. Unbehandelter Mehltau führt dazu, dass erst die befallenen Blätter absterben und schließlich oft auch die ganze Pflanze.

Um die richtigen Maßnahmen zur Bekämpfung einzuleiten müsst ihr den Mehltau identifizieren. Es gibt echten und falschen Mehltau. Echter Mehltau lässt sich daran erkennen, dass Blätter, Stängel und Früchte von weißen Flecken überzogen sind. Dann werden die Blätter des Kürbisgewächses braun und sterben ab. Echter Mehltau kommt bei großer Trockenheit vor. Falscher Mehltau hingegen tritt eher nach kalten und feuchten Tagen auf. Auch er hat weiße oder bräunliche Flecken, aber eher an den Blattunterseiten und auf der Oberseite eher gelb oder bräunlich. Beim falschen Mehltau sind die Stängel und Früchte normalerweise nicht betroffen.

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Wenn eure Kürbispflanze betroffen ist, schneidet ihr die betroffenen Blätter am besten umgehend ab um eine Ausbreitung zu verhindern. Sonst breitet er sich schnell auf die ganze Pflanze aus. Wirklich wirksam ist aber meist nur ein Mittel gegen Mehltau aus dem Fachhandel (oder aus dem Onlineshop). Hausmittel wie Milch/Wasser-Mixturen (Verhältnis 1:10) sind ok aber nicht immer hilfreich.

Übrigens: Im Handel gibt es fast nur noch F1-Hybriden zu kaufen. Die meisten davon sind mittlerweile gegen den echten Mehltau resistent.

Helle, ledrige Stellen an den Früchten sind oft Sonnenbrand. Weitere Ursachen zeigt Krankheiten und Schädlinge bei Balkongemüse erkennen.

Kürbis selber bestäuben

Beim Anbau von Kürbisgewächsen (hierzu zählt auch die Zucchini) auf dem Balkon könnt ihr den Ertrag durch manuelle Bestäubung erhöhen. Ein wichtiger Grund ist, dass weibliche und männliche Blüten nicht immer zur gleichen Zeit blühen und sich nur für wenige Stunden öffnen. Da auf dem Balkon oft nur eine Pflanze wächst, verringert sich die Chance auf Pollenübertrag einer männlichen zur weiblichen Blüte erheblich. Weibliche Blüten sind an dem kleinen Fruchtansatz unter der Blüte zu erkennen. Männliche Blüten dagegen sitzen auf einem langen dünnen Stiel. Wenn die weiblichen Blüten nicht befruchtet werden, wachsen keine Kürbisse heran. An dieser Stelle hilft es, eine (verblühte) männliche Blüte zu „schälen“ und den Stempel mit der weiblichen Blüte in Kontakt zu bringen. So könnt ihr der Natur auf die Sprünge helfen und die Befruchtung übernehmen. Schnell wachsen dann aus der weiblichen Blüte die Kürbisse heran.

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Kürbisblüte weiblich
weibliche Kürbisblüte
Männliche Kürbisblüte
männliche Kürbisblüte
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Pflege, Ernte und Weiteres

Von der Pflege über die Ernte bis zur Lagerung

Ernte der Kürbisse auf dem Balkon

Je nach Sorte beginnt die Erntezeit von Kürbissen ab August, die meisten Kürbisse sind im September reif. Hokkaido gehört zu den frühen Sorten. Spätestens vor dem ersten Frost muss alles herein. Anders als Zucchini lasst ihr Speisekürbisse wie Hokkaido an der Pflanze voll ausreifen. Wie groß sie werden, bestimmt die Sorte. Die reifen Kürbisse werden dann einfach mit einem scharfen Messer am Stängel abgetrennt; lasst dabei mindestens drei bis vier Zentimeter Stiel dran. Auch die hübschen Blüten können geerntet und verzehrt werden. Aber eigentlich sollen ja die weiblichen Blüten an der Pflanze bleiben um die Früchte auszubilden. Wenn ihr also Blüten essen oder als Deko verwenden möchtet, solltet ihr euch auf die männlichen Blüten stürzen.

  • Der Kürbis hat keine ungewöhnlichen grünen oder gelben Flecken
  • Der Kürbis hat die Farbe, die zu seiner Sorte gehört
  • Der Stiel trocknet aus und wird hart und holzig, die Schale ist hart
  • Klopfprobe: Der Kürbis klingt dumpf und hohl

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Kürbis auf dem Balkon anbauen

Lagerung von Kürbissen nach der Ernte

Kürbis auf dem Balkon anbauen kann euch einen reichen Ertrag bringen. Wenn ihr die Kürbisfrüchte vollreif erntet, lasst sie ein bis zwei Wochen an einem warmen, luftigen Platz nachreifen. Danach sind sie trocken und kühl bei etwa 10 bis 15 Grad gelagert mehrere Monate haltbar. Somit könnt ihr Kürbis so auch noch viel später nutzen, wenn ihr ihn nicht direkt verwenden möchtet. Für die Lagerung ist ein trockener Platz wichtig. Im Idealfall liegt der Kürbis etwas hochgelagert und dunkel. Dann kann auch eine große Kürbisernte ohne Schäden lange aufbewahrt werden.

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