Porree auf dem Balkon anbauen ist leicht und gelingt besonders gut in einem Balkonhochbeet. Wir zeigen, was bei Anzucht, Anbau und Ernte von Lauch auf dem Balkon zu beachten ist.
Lange Lauch-Stangen ohne Garten anzubauen klingt zunächst unmöglich. Doch mit einem Balkon-Hochbeet kann man sehr erfolgreich Porree auf dem Balkon anbauen. Die Stangen sind eine dekorative Abwechslung zu „Standardbalkongemüse“, schmecken toll und sind in der Küche vielseitig einsetzbar. Die Anzucht ist mit unserer Anleitung auch nicht aufwändig. Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, zeigen wir euch in den folgenden Abschnitten, wie ihr Porree auf dem Balkon anpflanzen könnt.
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Mehr InformationenAnbau
Von den Samen bis zur Pflanze auf dem Balkon
Lauch im Topf, Kübel oder Hochbeet
Der Topf, der Kübel oder das Beet muss tief und breit genug sein, damit ihr regelmäßig Erde anhäufeln könnt. Mindestens 30 Zentimeter Tiefe muss er haben. Ein Blumenkasten hat dafür nicht genug Tiefgang. In einem Blumentopf ist nur Platz für ein bis zwei Pflanzen, deshalb empfehlen wir ein kleines Hochbeet.
Im Hochbeet setzt ihr den Lauch in Reihen, mit etwa 10 bis 15 Zentimetern Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen braucht ihr Platz zum Anhäufeln.
Porreesamen
Porreesamen selber zu erhalten ist aufwändig, daher empfehlen wir euch die Samen im Gartenhandel oder Baumarkt zu kaufen. Wir möchten keine besondere Sorte empfehlen, richtig ist, was sich richtig anfühlt. Kleine vorgezogene Porreepflanzen werden außerdem sehr gerne im Baumarkt verkauft. In diesem Fall könnt ihr auf die eigene Anzucht verzichten. Die Anzucht von Porree ist aber nicht schwer, daher empfehlen wir euch die Anzucht aus Samen.
Der Unterschied zwischen Lauch / Porree und Lauchzwiebeln und Frühlingszwiebeln
Lauch und Lauchzwiebeln gehören zur Familie der Zwiebelgewächse, sind aber unterschiedliche Pflanzen. Zu den Zwiebelgewächsen gehören auch die Zwiebeln und Knoblauch. Frühlingszwiebeln sind keine eigene Pflanze, es handelt sich bei Frühlingszwiebeln nur um einen anderen Namen für Lauchzwiebeln. Porree und Lauch sind ebenfalls dieselbe Pflanze, die nur regional unterschiedlich benannt wird. Lauchzwiebeln und Porree bilden beide im Gegensatz zu den Zwiebeln keine dicken Knollen am Wurzelende, sondern bleiben schmal. Frühlingszwiebeln unterscheiden sich von Porree vor allem durch die Größe und ihre Blätter. Frühlingszwiebeln bleiben mit ca. 30 cm deutlich kleiner als der Porree, der 50 cm oder mehr erreicht. Die Blätter der Lauchzwiebeln bilden kleine Röhren, der große Lauch hingegen bildet flache Blätter aus.
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Porree aus Samen anziehen
Bei Porree spricht man von Sommer-, Herbst- oder Winterporree abhängig vom Erntezeitpunkt. Sommerporree sät ihr ab Januar, Herbstporree ab März und Winterporree im April. In das endgültige Gefäß gepflanzt wird Sommerporree im April oder Mai, Herbstporree im Juni und Winterporree im Juli. Die Anzucht im Januar macht ihr am besten noch in der Wohnung in einen Anzuchttopf, im März könnt ihr direkt in das finale Gefäß aussäen. Die Samen werden nach der Aussaat dünn mit Erde bedeckt und bewässert. Nach etwa zwei bis drei Wochen sind die Keimlinge zu sehen. Wenn ihr direkt in das finale Gefäß sät, sät dünn und lasst später etwa alle 10 bis 15 Zentimeter eine Pflanze stehen. Mehrere Reihen brauchen 25 bis 40 Zentimeter Abstand.
Porree pflanzen
Wenn eure vorgezogenen Porreepflanzen etwa bleistiftdick sind, wird es Zeit, sie umzupflanzen. Die kleinen Pflanzen setzt ihr vorsichtig in ein größeres Gefäß. Für die spätere regelmäßige Pflege zieht ihr jetzt schon etwa 15 Zentimeter tiefe Rillen in die Erde. Beim Einpflanzen setzt ihr die kleinen Porreepflänzchen dort so tief ein, dass die Erde die kleinen Pflänzchen bis knapp unter die Blattachsen bedeckt.
Pflege, Ernte und Weiteres
Von der Pflege über die Ernte bis zur Lagerung
Standort und Boden
Porree wächst besonders gut, wenn der Boden feuchtgehalten wird. Als Standort solltet ihr einen sonnigen Platz auswählen. Die Porreepflanzen sind nicht zimperlich, sie vertragen sowohl Sonne als auch sehr kühle Temperaturen.
Welche Erde für Lauch im Kübel oder Hochbeet?
Lauch braucht humose, nährstoffreiche Erde. Mischt vor dem Pflanzen reichlich Kompost unter, frische Gemüseerde hat meist schon eine Grunddüngung. Haltet außerdem Erde zum Anhäufeln bereit. Welche Erde sich für welches Gemüse eignet, zeigen wir unter Erde für Balkongemüse.
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Bedarf im Überblick
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Pflege des Lauchs auf dem Balkon
Den charakteristischen weißen, schmackhaften Stiel bekommt ihr durch einen kleinen Trick bei der Pflege. Wenn ihr regelmäßig Erde anhäufelt, verhindert ihr, dass Sonne an den Stiel kommt und die Pflanze grün wird. Um den Stiel weiß zu halten, müsst ihr also immer wieder Erde bis zu den Blattachseln anhäufeln.
Lauch gießen
Der Lauch mag Sonne und Licht. Erde muss daher immer feucht gehalten werden, sollte aber nicht zu nass sein. Insbesondere Staunässe ist zu vermeiden. Mehr dazu lest ihr unter Balkongemüse richtig gießen.
Lauch düngen
Lauch ist ein Starkzehrer. Regelmäßige Düngerzugabe ist unerlässlich, denn Lauch hat allgemein einen hohen Nährstoffbedarf. Alle zwei Wochen solltet ihr daher etwas Flüssigdünger hinzugeben. Welche Gemüse stark, mittel oder schwach zehren, zeigen wir unter Fruchtfolge für Gemüse auf dem Balkon, mehr zum Düngen unter Balkongemüse richtig düngen.
Porree ernten
Sommerporree erntet ihr im Sommer, Herbstporree im Herbst bis in den Dezember. Rund fünf bis sechs Monate nach der Aussaat sind die Stangen erntereif, Winterporree braucht deutlich länger. Dafür bleibt er über den Winter stehen und lässt sich nach Bedarf bis ins Frühjahr ernten.
Wenn die Porreestangen circa 40-50 Zentimeter groß geworden sind, ist der Zeitpunkt für die Ernte gekommen. Geerntet werden die Stangen einfach, indem ihr sie vorsichtig aus der Erde herauszieht. Durch das Anhäufeln sollte der Stiel unter der Erde nochmal ca. 20 Zentimeter lang und weiß sein.
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Mehr InformationenLauch im Winter
Winterporree, also die winterharten Sorten, bleibt über den Winter draußen stehen und wird nach Bedarf geerntet. Sommerporree erntet ihr im Sommer, er ist nicht zum Überwintern gedacht. Achtet deshalb beim Kauf von Samen oder Jungpflanzen auf eine Wintersorte.
Bei Kahlfrost, also Frost ohne schützenden Schnee, legt ihr ein Vlies über den Porree, bei starker Kälte auch doppelt. Laub oder Stroh um die Pflanzen hilft zusätzlich. Im Topf friert die Erde schneller durch, packt das Gefäß deshalb ein. Ist die Erde gefroren, bekommt ihr die Stangen nicht heraus. Erntet deshalb vor einer längeren Frostperiode vorsorglich so viel, wie ihr braucht. Gießt im Winter nur an frostfreien Tagen, wenn die Erde trocken ist. Weitere Tipps findet ihr unter Gemüse-Balkon winterfest machen.
Porree lagern
Frisch geernteter Porree hält im Gemüsefach des Kühlschranks einige Tage bis etwa eine Woche, am besten ungewaschen und in Folie. Legt ihn nicht neben Äpfel oder Tomaten. Zum Einfrieren schneidet ihr die Stangen in Ringe und blanchiert sie kurz. Stangen, die ihr im Spätherbst erntet, könnt ihr in einer Kiste mit feuchtem Sand einschlagen und kühl lagern.
Krankheiten und Schädlinge bei Lauch
Die häufigsten Schädlinge sind die Lauchmotte, deren Raupen sich durch die Blätter bis ins Herz fressen, und die Lauchminierfliege, deren Larven sich am Schaft entlang nach unten fressen. Die Fliege kommt im Frühjahr und im Herbst. Gegen beide hilft vor allem ein engmaschiges Kulturschutznetz, das ihr rechtzeitig und ringsum dicht auflegt.
Thripse saugen an den Blättern und hinterlassen silbrige Flecken. Porree-Rost zeigt sich als orange Pusteln auf den Blättern; befallene Blätter entfernt ihr früh. Mehr zu den Anzeichen findet ihr unter Krankheiten und Schädlinge bei Balkongemüse erkennen.

