Auch Kartoffeln können auf dem heimischen Balkon angebaut werden. Das leckere und gesunde Gemüse kann mit den richtigen Handgriffen auch mit wenig Platz angepflanzt werden. Wir zeigen euch, worauf ihr bei der Anzucht von Kartoffeln achten solltet. Mit unseren Tipps könnt ihr selber Kartoffeln auf dem Balkon anbauen.
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Mehr InformationenAnbau
Von den Samen bis zur Pflanze auf dem Balkon
Kartoffeln im Pflanzsack, Topf oder Kübel anbauen
Kartoffeln benötigen für die Anzucht viel Erde. Daher werden sie üblicherweise in Furchen, die später zu Dämmen angehäufelt werden, angezogen. Das ist auf dem Balkon nicht möglich. Wenn ihr Kartoffeln auf dem Balkon anbauen wollt, empfehlen wir euch Pflanzsäcke. Kartoffeln in Pflanzsäcken anbauen hat den Vorteil, dass die Säcke flexibel sind. Sie können etappenweise aufgefüllt werden. So wird das Anhäufeln effektiv nachgestellt. Pflanzsäcke für die Kartoffelanzucht bieten zusätzlich die Möglichkeit, über die Seite an den Wurzelballen und damit an die Kartoffeln zu gelangen. Eine weitere Möglichkeit, Kartoffeln auf dem Balkon anbauen zu können, sind große Blumentöpfe mit mindestens 10 Litern Fassungsvermögen. Auch Balkon-Hochbeete können geeignet sein. Bei guter Pflege könnt ihr in den passenden Gefäßen haufenweise Kartoffeln selber anziehen.
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Welche Kartoffelsorten eignen sich für den Balkon?
Kartoffelsorten werden nach ihrer Reifezeit eingeteilt. Sehr frühe Sorten erntet ihr ab Juni oder Juli, frühe im Juli und August, mittelfrühe im August und September und späte im September und Oktober. Für den Pflanzsack und den Kübel eignen sich sehr frühe und frühe Sorten am besten, die Frühkartoffeln. Sie sind nach etwa drei bis vier Monaten erntereif und oft schon aus der Erde, bevor sich im Sommer die Kraut- und Braunfäule ausbreitet. Lagern lassen sie sich dafür kaum, sie schmecken frisch am besten.
Außerdem unterscheiden sich die Sorten im Kochtyp. Festkochende Kartoffeln bleiben beim Kochen fest und passen in Salat und Bratkartoffeln. Vorwiegend festkochende sind Allrounder. Mehligkochende zerfallen leichter und eignen sich für Püree, Klöße und Suppen.
Bewährte frühe Sorten sind zum Beispiel „Annabelle“ (sehr früh, festkochend), „Belana“ und „Princess“ (früh, festkochend) sowie „Gala“ und „Marabel“ (früh, vorwiegend festkochend). Wer es bunt mag, nimmt „Laura“ mit roter Schale (mittelfrüh, vorwiegend festkochend) oder „Blaue Anneliese“, die innen und außen blau ist, aber deutlich länger bis zur Ernte braucht.
Keimende Kartoffeln für die Anzucht verwenden
Die Grundlage für die Anzucht von Kartoffeln auf dem Balkon bilden reife Kartoffeln. Kartoffeln aus dem Supermarkt können wir nicht empfehlen, ihr Ertrag ist oft gering. Besser ist es, wenn man sich spezielle Pflanzkartoffeln oder Saatkartoffeln einkauft. Wer es etwas ausgefallener mag, kann sich auch seltene Pflanz-Kartoffelsorten auf dem Markt oder aus dem Internet in bunten Farben einkaufen. Die reifen Kartoffeln keimen am zuverlässigsten, wenn sie vor dem Einsetzen ankeimen. Das macht sie widerstandsfähiger und ihr wisst, dass die Kartoffeln tatsächlich keimen und vermeidet daher Ausfälle. Um Kartoffeln ankeimen zu lassen, legt man sie am besten an einen kühlen (etwa 10 Grad) und hellen Ort. Dann braucht man nur noch abzuwarten, bis die ersten Triebe sprießen. Die angekeimten Kartoffeln können dann für den Kartoffelanbau verwendet werden. Ein guter Zeitpunkt für das Ankeimen von Kartoffeln ist im März.
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Mehr InformationenEin passender Standort für Kartoffeln auf dem Balkon
Ein passender Standort ist wichtig, wenn ihr Kartoffeln auf dem Balkon anbauen möchtet. Die Kartoffelanzucht gelingt am besten an einem sonnigen Standort. Der Platz sollte warm und hell sein. Ideal ist ein luftiger Platz unter einem Dach oder Dachüberstand: Dort bleiben die Blätter bei Regen trocken, und die Kraut- und Braunfäule hat es schwerer. Dunkle Kübel und Pflanzsäcke heizen sich in der prallen Sonne allerdings stark auf. Stellt sie an heißen Tagen so, dass zumindest das Gefäß im Schatten steht.
Bedarf im Überblick
Welche Erde für Kartoffeln im Pflanzsack oder Kübel?
Für den Boden eignet sich Gemüseerde oder ihr reichert normale Gartenerde mit Kompost an. Noch besser gelingt die Kartoffelanzucht auf dem Balkon, wenn ihr die Erde zu etwa einem Viertel mit Sand mischt. Zu viel Sand fördert allerdings Kartoffelschorf und lässt die Erde schneller austrocknen. Wichtig ist, dass die Erde locker und humusreich ist. Kalk gehört nicht hinein, auch er fördert Kartoffelschorf. Welche Erde sich für welches Gemüse eignet, zeigen wir unter Erde für Balkongemüse.
Euer Pflanzgefäß muss weiterhin Wasser ableiten können. Am besten gelingt dies, wenn am Boden eine Drainageschicht aus Kies, Steinen, Stöcken oder Blähton vorgesehen ist. Staunässe vertragen die Balkon-Kartoffeln nämlich nicht. Wenn ihr einen Pflanzsack für den Kartoffelanbau verwendet oder einen Blumentopf, solltet ihr zusätzlich sicherstellen, dass Abzugslöcher vorhanden sind. Wenn nicht, könnt ihr die Löcher nachstechen.
Kartoffeln einsetzen und regelmäßig anhäufeln
Um Kartoffeln auf dem Balkon anbauen zu können, wird ein ausreichend großes Pflanzgefäß benötigt. Auf eine Drainageschicht am Boden für optimalen Wasserabfluss sollten dann mindestens 15 Zentimeter Gemüseerde geschüttet werden. Damit ist die Grundlage für die Kartoffelanzucht gelegt. Auf die Erde werden dann die vorgekeimten Kartoffeln verteilt. Die Triebe sollten nach oben zeigen. Als Daumenregel gilt zwei Kartoffeln pro 10 Liter Erde im Gefäß. Ein 30-Liter-Sack eignet sich demnach für 6 Kartoffeln. Dann schüttet ihr weiter Erde auf, bis die Triebe nur noch mit der Spitze herausragen. Nun lasst ihr die Kartoffeltriebe wachsen. Wenn die Triebe 10 Zentimeter aus der Erde ragen, schüttet ihr wieder Erde auf, bis nur noch die Kartoffeltriebspitzen rausragen. So geht es weiter, bis euer Kartoffelpflanzsack oder Blumentopf vollständig gefüllt ist. In jeder dieser Lagen bilden sich auf diese Weise Kartoffelknollen an den Wurzeln, die später geerntet werden können.
Pflege der Kartoffeln auf dem Balkon
Das Anhäufeln ist der wichtigste Teil der Pflege. Daneben brauchen eure Kartoffeln bis zur Ernte vor allem ausreichend Wasser und etwas Dünger.
Kartoffeln gießen
Kartoffeln auf dem Balkon benötigen viel Wasser. Die Erde darf am besten nie austrocknen. Haltet sie gleichmäßig feucht, aber nie nass. Am meisten Wasser brauchen Kartoffeln, sobald sich die Knollen bilden, also etwa ab den ersten Blütenknospen bis einige Wochen nach der Blüte. Fehlt in dieser Zeit Wasser, bilden sich weniger Knollen. Gießt direkt auf die Erde und nicht über die Blätter, denn nasses Laub fördert die Kraut- und Braunfäule. Im Kübel und im Pflanzsack trocknet die Erde an heißen Tagen schnell aus, schaut dann regelmäßig nach. Mehr dazu lest ihr unter Balkongemüse richtig gießen.
Kartoffeln düngen
Kartoffeln sind Starkzehrer und brauchen viele Nährstoffe, besonders Stickstoff und Kalium. Unter den Starkzehrern liegen sie beim Stickstoff etwa im Mittelfeld, gleichauf mit Kürbis und Lauch. Welche Gemüse stark, mittel oder schwach zehren und wie ihr das bei der Planung berücksichtigt, zeigen wir unter Fruchtfolge für Gemüse auf dem Balkon.
Die Grunddüngung kommt schon beim Einfüllen in die Erde: Mischt reifen Kompost und etwas Hornmehl oder Hornspäne unter. Der Kompost liefert auch das Kalium, das Kartoffeln reichlich brauchen. Am besten ist es, wenn in die Erde, die zum Anhäufeln verwendet wird, stets etwas Hornmehl eingemischt wird. Somit erhält die Kartoffelpflanze im Topf regelmäßig, aber nicht zu oft Dünger. Ab der Blüte düngt ihr nicht mehr. Zu viel Stickstoff schadet: Die Knollen reifen später, die Pflanzen werden anfälliger für Krankheiten, und die Ernte hält sich schlechter. Mehr dazu lest ihr unter Balkongemüse richtig düngen.
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Pflege, Ernte und Weiteres
Von der Pflege über die Ernte bis zur Lagerung
Kartoffeln richtig ernten
Wenn der Pflanzsack voll ist, können die Kartoffeln ohne Aufschütten weiterwachsen. Sie erreichen dann schnell eine Höhe von 50 Zentimetern. Etwa nach drei bis vier Monaten sind die ersten Kartoffeln erntereif. Spätestens wenn die Blätter welk werden, ist es Zeit, Kartoffeln zu ernten. Wer kleine Kartoffeln bevorzugt, kann auch früher ernten. Nun zahlt sich der Pflanzsack für den Kartoffelanbau aus. Über den seitlichen Eingriff können regelmäßig die reifen, äußeren Kartoffeln abgeerntet werden. Diese können einfach mit der Hand abgesammelt werden. Herausfallende Erde kann einfach oben wieder aufgeschüttet werden. Ohne seitlichen Eingriff mit einem herkömmlichen Topf erfolgt die Ernte durch einfaches Auskippen der Pflanze aus dem Topf. Dann können aus der Erde die reifen Kartoffeln herausgesammelt werden. Etwas abhängig von der Sorte ergibt sich pro Pflanzkartoffel etwa ein halbes Kilogramm Kartoffelernte auf dem Balkon.
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Mehr InformationenKartoffeln richtig lagern oder haltbar machen
Kartoffeln richtig lagern geht am besten an einem kühlen und trockenen Ort. Der Kühlschrank ist demnach kein guter Ort, um Kartoffeln zu lagern. Er ist zu feucht. Die ideale Lagertemperatur liegt bei ca. 4-8 Grad Celsius. Ist es wärmer, beginnen sie zu keimen. Da Kartoffeln grün werden, wenn sie Licht bekommen, müssen sie dunkel gelagert werden. Gut geeignet sind Gefäße, die verschlossen sind, durch die aber Luft gehen kann. Sind die Kartoffeln offen gelagert, fangen sie schnell an zu verschrumpeln.
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Krankheiten und Schädlinge bei Kartoffeln
Die gefährlichste Krankheit ist die Kraut- und Braunfäule. Sie wird von einem pilzähnlichen Erreger (Phytophthora infestans) ausgelöst und breitet sich vor allem bei nassem Wetter aus. Ihr erkennt sie an graugrünen, später braunen Flecken auf den Blättern. Bei feuchtem Wetter zeigt sich auf der Blattunterseite ein weißlicher Belag. Befallene Knollen haben graue, eingesunkene Flecken und braunes Fleisch.
Vorbeugen könnt ihr mit zertifizierten Pflanzkartoffeln, frühen Sorten und einem luftigen, sonnigen Platz. Auch vorgekeimte Kartoffeln haben einen Vorsprung, weil sie früher erntereif sind. Gießt nie über die Blätter und stellt die Kartoffeln nicht direkt neben Tomaten, denn die werden von derselben Krankheit befallen. Befallenes Laub entfernt ihr sofort.
Kartoffelkäfer und ihre Larven fressen die Blätter bis auf die Rippen kahl. Sammelt schon die ersten Käfer ab, dazu die rötlichen Larven und die gelb-orangen Eier auf der Blattunterseite, am besten einmal pro Woche.
Außerdem können Drahtwürmer Gänge in die Knollen bohren. Kartoffelschorf hinterlässt raue, aufgerissene Stellen auf der Schale, die Knollen bleiben aber essbar. Blattläuse übertragen Viren. Kauft deshalb jedes Jahr frische, zertifizierte Pflanzkartoffeln und pflanzt keine Knollen aus der eigenen Ernte nach.

