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Schnittlauch auf dem Balkon anbauen

Schnittlauch gehört auf jeden Balkon. Er wächst im Topf und im Balkonkasten, kommt jedes Jahr wieder und lässt sich vom Frühjahr bis in den Herbst immer wieder ernten. Wir zeigen euch, welcher Topf, welche Erde und welcher Standort passen, wie ihr Schnittlauch gießt, düngt und aussät, wie ihr ihn richtig schneidet und wie er gut durch den Winter kommt.

Schnittlauch im Tontopf auf dem Balkon, dahinter ein Kasten mit Kräutern
Mein Schnittlauch im Sommer auf dem Balkon.
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Anbau

Topf, Erde, Standort, Pflege und Aussaat

Schnittlauch im Topf oder Balkonkasten

Schnittlauch braucht auf dem Balkon nicht viel Platz. Er wächst im Blumentopf genauso gut wie im Balkonkasten. Ich nehme dafür einen ganz normalen Tontopf. Für einen kräftigen Büschel reicht ein Topf mit etwa 20 Zentimetern Durchmesser. Wichtig ist ein Loch im Boden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann, denn Staunässe verträgt Schnittlauch nicht.

Kräftiger Schnittlauch im Tontopf, daneben eine Gießkanne und leere Töpfe
Ein ganz normaler Tontopf reicht für einen kräftigen Büschel.

Einen Topf Schnittlauch aus dem Supermarkt könnt ihr ebenfalls auf den Balkon holen. Diese Töpfe sind allerdings sehr dicht gesät und haben nur wenig Erde. Setzt den Ballen deshalb bald in einen größeren Topf oder teilt ihn in zwei, drei Stücke, wie unten unter Schnittlauch teilen beschrieben.

Im Balkonkasten steht Schnittlauch am besten mit Kräutern, die ebenfalls eine feuchte, nährstoffreiche Erde mögen, etwa mit Petersilie. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Oregano mögen es dagegen trocken und mager. Neben ihnen kann der Schnittlauch-Topf gut stehen, in denselben Kasten gehören sie aber nicht, sonst gießt und düngt ihr immer für einen von beiden falsch. Im Gemüsebeet gelten Möhren, Erdbeeren und Tomaten als gute Nachbarn, Kohl dagegen nicht. Wie stark solche Nachbarschaften wirken, ist allerdings kaum belegt. Welche Kräuter sich sonst für den Balkon eignen, zeigt unsere Übersicht der Kräutersorten für den Balkon.

Welche Erde braucht Schnittlauch?

Schnittlauch mag eine lockere, nährstoffreiche Erde, die Wasser hält, aber nicht nass bleibt. Am besten nehmt ihr eine gute Kräuter- oder Gemüseerde, möglichst torffrei. Reine Anzuchterde ist für den großen Topf zu mager, die braucht ihr nur, wenn ihr in kleinen Töpfen vorzieht. Kalk verträgt Schnittlauch gut, eine leicht kalkhaltige bis neutrale Erde ist ideal. Welche Erde sich für welche Pflanze eignet, zeigen wir unter Erde für Balkongemüse.

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Der richtige Standort für Schnittlauch

Schnittlauch mag es hell: Am besten wächst er an einem sonnigen bis halbschattigen Platz. Ein paar Stunden Sonne am Tag reichen ihm schon, die pralle Mittagssonne im Hochsommer braucht er nicht. Damit eignet er sich auch für einen Ost- oder Westbalkon. Auf einem schattigen Balkon wächst er ebenfalls, nur langsamer. Wo andere Kräuter am liebsten stehen, lest ihr unter Kräuter auf dem Balkon anbauen.

Bedarf im Überblick

NährstoffbedarfStarkzehrer
Kalkbedarfmäßig
Standort sonnig, halbschattigBehälter Blumentopf oder BlumenkastenAnzucht direkt säenKeimtemperatur 15-20°C

Schnittlauch gießen

Schnittlauch möchte gleichmäßig feucht stehen, aber nie nass. Gießt, sobald die obere Erdschicht abgetrocknet ist, und lasst kein Wasser im Untersetzer stehen. Im Sommer trocknet ein Topf an warmen Tagen schnell aus, dann schaut ihr am besten täglich nach. Im Winter gießt ihr nur ab und zu an frostfreien Tagen, damit der Ballen nicht austrocknet. Mehr zum Gießen auf dem Balkon lest ihr unter Balkongemüse richtig gießen.

Schnittlauch düngen

Schnittlauch ist ein Starkzehrer. Weil ihr ihn immer wieder abschneidet, muss er ständig neue Halme bilden und braucht dafür regelmäßig Nährstoffe. Welche Pflanzen stark, mittel oder schwach zehren, zeigen wir unter Fruchtfolge für Gemüse auf dem Balkon.

Beim Einpflanzen und jedes Frühjahr mischt ihr etwas Kompost oder Hornspäne als Langzeitdünger unter die Erde. Danach bekommt der Schnittlauch alle zwei bis vier Wochen und nach jedem kräftigen Schnitt etwas Kräuterdünger ins Gießwasser. Ab September düngt ihr nicht mehr, damit die Pflanze vor dem Winter zur Ruhe kommt. Mehr dazu lest ihr unter Balkongemüse richtig düngen.

Werden die Halme gelb, liegt das selten am Dünger allein. Oft steht der Topf zu trocken oder zu nass, oder der Büschel ist nach ein paar Jahren zu dicht geworden. Orangefarbene Pusteln auf den Halmen sind Rost: Dann schneidet ihr den Schnittlauch ganz zurück und esst die befallenen Halme nicht.

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Schnittlauch aussäen

Schnittlauch lässt sich leicht selbst aussäen. Drinnen auf der Fensterbank könnt ihr ab Februar säen, draußen auf dem Balkon ab April. Die Samen sind klein und schwarz. Einzeln legen müsst ihr sie nicht: Streut sie einfach auf der angefeuchteten Erde aus. Wer lieber kleine Saatbüschel macht, legt immer ein paar Samen zusammen, mit etwa 10 Zentimetern Abstand zwischen den Büscheln. Danach kommt eine dünne Schicht Erde darüber, etwa einen Zentimeter.

Haltet die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Eine Tüte mit ein paar Luftlöchern über dem Topf verhindert, dass sie zu schnell austrocknet. Bei 15 bis 20 Grad, also normaler Zimmertemperatur, keimt Schnittlauch nach etwa zwei Wochen. Ist es kühler, dauert es länger. Sobald die ersten feinen Halme da sind, kommt die Tüte ab.

Tontopf mit Erde und einer eingesteckten Samentüte Schnittlauch
Die Samen kommen einfach auf die feuchte Erde.
Feine Schnittlauch-Keimlinge im Tontopf
Die Keimlinge sehen am Anfang aus wie feines Gras.

Stellt die Keimlinge hell und gießt regelmäßig. Habt ihr in kleinen Töpfen vorgezogen, setzt ihr die Pflänzchen nach vier bis acht Wochen büschelweise in ihren großen Topf. Ab Mitte April darf der Schnittlauch nach ein paar Tagen Eingewöhnung auf den Balkon, die Eisheiligen müsst ihr bei ihm nicht abwarten. Ernten könnt ihr nach etwa zwei bis drei Monaten, im ersten Jahr aber nur sparsam. Allgemeine Tipps zur Anzucht findet ihr unter Anzucht aus Samen.

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Ernte und Pflege im Jahreslauf

Vom ersten Schnitt durch den Winter bis zum Frühjahr

Schnittlauch ernten und richtig schneiden

Schnittlauch könnt ihr den ganzen Sommer über immer wieder ernten, ältere Pflanzen schon ab dem Frühjahr. Geerntet wird, sobald die Halme etwa 15 Zentimeter lang sind. Schneidet dabei immer ganze Halme ab, etwa zwei bis drei Zentimeter über der Erde. Nur die Spitzen abzuschneiden bringt nichts. Aus den kurzen Stummeln treibt der Schnittlauch dagegen schnell neu aus, nach ein paar Wochen könnt ihr wieder ernten. Im ersten Jahr nach der Aussaat schneidet ihr nur ein- oder zweimal, damit die Pflanze kräftig wird.

Hand hält frisch geschnittene Schnittlauchhalme über dem Topf auf dem Balkon
Frisch geerntet: ganze Halme, knapp über der Erde geschnitten.
Geernteter Schnittlauch auf einem Teller neben dem Topf und einer Gartenschere
Mit einer scharfen Schere geht die Ernte am schnellsten.

Frisch schmeckt Schnittlauch am besten. Was ihr nicht gleich braucht, schneidet ihr in kleine Röllchen und friert es ein. Getrocknet verliert Schnittlauch dagegen viel von seinem Aroma.

Schnittlauch im Herbst zurückschneiden und überwintern

Schnittlauch ist eine Staude: Im Herbst stirbt alles Oberirdische ab, im Frühjahr treibt die Pflanze aus dem Wurzelstock neu aus. Sobald die Halme gelb und braun werden, könnt ihr sie eine Handbreit über der Erde abschneiden. Ihr könnt sie auch bis zum Frühjahr stehen lassen. Dann schützen sie den Wurzelstock, und ihr schneidet im März knapp über dem Boden zurück.

Der Wurzelstock verträgt Frost, im Topf kann der Ballen aber durchfrieren. Stellt den Topf geschützt an die Hauswand, wickelt ihn ein und gießt im Winter wenig, aber regelmäßig an frostfreien Tagen. Wie ihr Töpfe winterfest macht, steht unter Kräuter auf dem Balkon überwintern. Was ihr bei den übrigen Kräutern im Herbst schneidet, lest ihr unter Kräuter zurückschneiden zur Wintervorbereitung.

Wer im Winter frischen Schnittlauch möchte, lässt den Topf zuerst draußen ein paar Wochen Frost abbekommen. Erst nach dieser Kältepause treibt er wieder aus. Etwa ab Dezember holt ihr ihn dann an ein helles Fenster, nach rund zwei Wochen wachsen neue Halme. Welche Kräuter sonst noch drinnen gut durch den Winter kommen, lest ihr unter Kräuter auf der Fensterbank im Winter.

Schnittlauch im Frühjahr zurückschneiden

Je nach Wetter treibt Schnittlauch zwischen Februar und April wieder aus. Habt ihr die alten Halme im Herbst stehen lassen, schneidet ihr sie jetzt knapp über dem Boden ab, am besten im März, sobald sich die ersten grünen Spitzen zeigen. Dann wachsen die frischen Halme nicht durch das vertrocknete Grün vom Vorjahr.

Zum Start in die Saison freut sich Schnittlauch über etwas Kompost oder frische Erde. Alle paar Jahre setzt ihr ihn in einen größeren Topf oder teilt ihn, das Frühjahr ist dafür die beste Zeit. Wie ihr andere Kräuter nach dem Winter zurückschneidet, zeigen wir unter Kräuter im Frühjahr zurückschneiden.

Schnittlauch teilen und vermehren

Nach ein paar Jahren wird ein Schnittlauch-Büschel zu dicht, die Halme werden dünner und vergilben schneller. Etwa alle drei Jahre teilt ihr ihn deshalb, am besten im Frühjahr, im Herbst geht es auch. Nehmt den Ballen aus dem Topf und teilt ihn mit den Händen oder einem scharfen Messer in mehrere Stücke. Jedes Teilstück sollte noch ein paar kleine Zwiebelchen mit Wurzeln haben. Setzt die Stücke in frische Erde und gießt sie gut an. So habt ihr aus einer Pflanze gleich mehrere. Auch ein dicht gesäter Topf aus dem Supermarkt lässt sich so teilen. Über Stecklinge, wie bei Rosmarin oder Oregano, vermehrt man Schnittlauch dagegen nicht.

Schnittlauch blüht: Sind die Blüten essbar?

Schnittlauch blüht meist ab Mai bis in den Sommer mit runden, lila Blütenköpfen. Die Blüten sind essbar und machen sich gut im Salat oder auf dem Butterbrot. Die Blütenstiele selbst sind allerdings hart, und sobald der Schnittlauch blüht, schmecken auch die übrigen Halme schwächer.

Ein guter Mittelweg: Lasst ein paar Blüten für Bienen und Hummeln stehen und schneidet die übrigen früh ab. Verblühtes entfernt ihr, bevor sich Samen bilden, sonst sät sich der Schnittlauch im Kasten von selbst aus.

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