Gemüse aus Samen anziehen

Gemüse-Anzucht aus Samen anziehen ist einfach. Die Anzucht aus Samen lohnt sich, denn so kann die Gemüsesaison schon früh beginnen und über einen langen Zeitraum mehr Ertrag gewonnen werden.​ Mit wenig Zubehör und unserem Ratgeber gelingt die Anzucht aus Samen spielend. Wir zeigen euch leicht verständlich wie aus euren Gemüsesamen starke Gemüsepflanzen werden.

Schon ab Februar kann man Gemüsepflanzen im Haus vorziehen. Die Wachstumsperiode vieler Gemüsesorten beginnt nämlich schon im Februar oder März und reicht dann bis in den späten Oktober hinein. Das eigene Anziehen von Gemüsepflanzen aus Samen bringt viele Vorteile mit sich. Selbst gezogene Pflanzen sind oft robuster als ihre Geschwister aus dem Baumarkt, da sie an die gegebenen Lichtverhältnisse gewöhnt sind. Die Anzucht aus Samen ist auch günstiger. Setzlinge selber heranzuziehen kostet nur einen Bruchteil dessen, was ihr für vorgezogene Pflanzen ausgeben müsst. Der richtige Platz für das Vorziehen von Keimlingen ist die Fensterbank. So erhalten sie ausreichend Licht und können an diesem zugänglichen Platz gut beobachtet und gepflegt werden. Gute Unterstützung bei der Anzucht bietet euch dabei ein kleines Zimmergewächshaus. Das Klima darin bietet den Jungpflanzen ideale Bedingungen um stark zu werden.

Anzucht aus Samen: Benötigtes Material

Die Anzucht aus Samen benötigt nicht viel Zubehör. Die im Folgenden genannten Komponenten könnt ihr leicht über die Links bei Amazon beziehen. Wenn ihr etwas sparsamer unterwegs seid, könnt ihr euch die benötigten Komponenten auch selber zusammenstellen. Eine flache Schale und durchsichtige Folie (mit Löchern) ergeben zusammen ein funktionales Gewächshaus. Nur auf hochwertige Anzuchterde solltet ihr keinesfalls verzichten. Eure Keimlinge werden es euch danken. Wer es etwas einfacher haben möchte, kann sich bei Amazon fertige Anzuchtsets kaufen. Beim Kauf solltet ihr beachten, dass das Set alle benötigten Komponenten für das Vorziehen enthält.

Video-Playlist: Gemüse und Kräuter aus Samen anziehen

  • Anzuchterde: Sie enthält weniger Dünger und schont so die jungen Wurzeln der Keimlinge. Gedüngte Gemüseerde vertragen Keimlinge noch nicht.

  • Anzuchttöpfe: Kleine Töpfe aus organischem Material. Sie sind leicht und können nach der Anzucht direkt mit eingepflanzt oder auseinander gerupft werden. Dies erleichtert das umtopfen.

  • Anzuchtschale / Zimmergewächshaus: Im Zimmergewächshaus herrschen durch den Treibhauseffekt höhere Temperaturen. Dadurch keimen die meisten Samen schneller

Gemüsesamen einsetzen und gießen

Der Prozess des Anpflanzens ist in der Regel immer gleich. Die Anzuchttöpfe oder Anzuchtschalen werden zunächst mit etwa zwei Dritteln mit Erde gefüllt. Dann können die Samen darauf verteilt werden. Dabei solltet ihr auf die Anzuchthinweise achten. Wenn ihr Anzuchttöpfchen verwendet, sind 2-3 Samen pro Topf sinnvoll. Bei Dunkelkeimern muss dann noch etwas Erde über die Gemüsesamen gesiebt werden, da sie sonst bei Tageslicht nicht keimen können. Zum Abschluss noch vorsichtig angießen, ohne die lockere Erde zu stark aufzuwühlen. Gut geeignet ist dazu ein Blumensprüher, welcher in der Regel nicht mehr als ein bis zwei Euro kostet. Wenn ihr ein Zimmergewächshaus verwenden möchtet, stellt ihr die Anzuchttöpfchen anschließend einfach in die Bodenschale und schließt den Deckel. (Alles über die richtige Verwendung von Zimmergewächshäusern). Die Anzuchttöpfe stellt ihr dann an einen Ort, der nicht zu kalt ist. Ein sonniger Fensterplatz ist sehr gut geeignet.

Anzucht aus Samen auf der Fensterbank

Tipp: Beschriftet die Töpfe direkt nach der Einsaat. Die Töpfe sehen zum jetzigen Zeitpunkt alle gleich aus. Allzuleicht geschehen dann Verwechslungen. Im Handel oder bei Amazon findet ihr günstige Pflanzetiketten.

Nach der Anzucht aus Samen die Keimlinge pikieren

Nach wenigen Tagen zeigen sich die ersten Keimblätter und dann auch schnell die ersten Blattpaare. Dann kann mit dem pikieren begonnen werden. Das Pikieren beschreibt das Vereinzeln von zu nahe beieinander stehenden Keimlingen. Zum Pikieren verwendet man am besten ein spezielles Pikierstäbchen. Mit diesem ist es am leichtesten, die empfindlichen Jungpflänzchen voneinander zu trennen. Mit dem Pikierholz werden die Sprösslinge vorsichtig mitsamt der Wurzel aus der Erde gehoben. Es ist übrigens normal, dass die Wurzeln beim Pikieren leicht verletzt werden. Das kann passieren und regt die jungen Pflänzchen sogar an, einen stärkeren Ballen mit zusätzlichen Verzweigungen zu bilden. Schwache oder kaputte Pflanzen werden aber entsorgt. In den neuen Topf wird mit dem Pikierholz ein Loch gedrückt, in das die Keimlinge eingesetzt werden können. Die Sprösslinge werden bis zu den Keimblättern eingesetzt. Sie können ruhig etwas tiefer sitzen. Werden sie zu hoch eingepflanzt, knicken die Sprösslinge sonst beim Gießen um. Anschließend wird die umliegende Erde wieder leicht angedrückt.

Gut zu Wissen: Wenn ihr Anzuchttöpfe aus organischem Material wie Torf verwendet, könnt ihr den ganzen Anzuchttopf mit einpflanzen. Der Topf wird von den Gemüsepflanzen durchwurzelt und hindert nicht am Wachstum.

>>> hier gibt es noch mehr detaillierte Informationen zum pikieren von Gemüse-Keimlingen auf dem Balkon.

Nach dem Umtopfen

Die Pflanzen werden nach dem Umtopfen vorsichtig angegossen. Da die Stängel noch sehr dünn und elastisch sind, sollten die Stängel nicht von dicken Strahlen getroffen werden da sie sonst leicht abknicken. Am besten geeignet ist eine Gießkannenbrause. Die meisten umgetopften Pflanzen mögen es nun warm ohne allzu direkte Sonneneinstrahlung. Sie brauchen weiterhin einen hellen Platz.

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