In einem Blumentopf oder Blumenkasten lässt sich Knoblauch auf dem Balkon anbauen. Knoblauch ist als Zutat in der Küche beliebt und man kann ihn in jedem Supermarkt kaufen. Wer wissen möchte, woher der Knoblauch kommt, kann die schmackhaften Knollen aber auch ganz einfach selber anziehen. Knoblauch wächst als Zwiebelgemüse zuverlässig und pflegeleicht. Wir zeigen, was bei der Anzucht, Pflege bis hin zur Ernte von Knoblauch zu beachten ist.
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Von den Samen bis zur Pflanze auf dem Balkon
Knoblauch im Topf, Blumenkasten oder Hochbeet
Um Knoblauch auf dem Balkon anbauen zu können, eignen sich alle Arten von Balkongefäßen wie Blumenkästen, Töpfen mit großem Durchmesser oder auch Balkon-Hochbeete. Knoblauch lässt sich also genauso gut im Balkonkasten wie im Kübel anpflanzen. Für Knoblauch reicht ein Topf oder Kasten mit mindestens etwa 20 Zentimetern Erde, viele Balkonkästen sind flacher. Wichtig sind Löcher im Boden, damit kein Wasser stehen bleibt. Im Topf könnt ihr die Zehen enger stecken als im Beet. Dann bekommt ihr mehr, aber etwas kleinere Knollen.
Knoblauchzehen zum Stecken
Knoblauch zieht ihr aus Zehen. Samen bildet Knoblauch so gut wie nie. Manche Sorten setzen oben am Blütenstiel kleine Brutzwiebeln an. Auch die könnt ihr stecken, bis daraus eine ganze Knolle wird, dauert es aber deutlich länger. Für die Anzucht werden die Knoblauchzehen aus einer Knolle herausgelöst. Am besten eignen sich Knollen aus heimischem Anbau, da diese auch frostige Temperaturen meistens problemlos überstehen.
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Was ist der Unterschied zwischen Winterknoblauch und Frühlingsknoblauch?
Wer sich mit der Anzucht von Knoblauch beschäftigt, kommt schnell darauf, dass es Winterknoblauch und Sommerknoblauch gibt. Worin liegt aber der Unterschied? Die Antwort hängt mit dem primären Wachstumszeitraum zusammen. Winterknoblauch wird über die Wintermonate angebaut. Gesteckt wird im Oktober, die Ernte kann dann ab etwa Juni beginnen. Sommerknoblauch wird dagegen erst im Frühjahr gesteckt. So wächst er dann in den Sommer hinein und kann ab etwa August bis Ende September geerntet werden. Beide Anzuchtformen haben Vorteile. Sommerknoblauch steht kürzer im Topf, bildet aber meist kleinere Knollen. Winterknoblauch wächst dagegen in den Wintermonaten, wenn die Beete meistens frei sind. Die Knollen des Winterknoblauch sind aufgrund der längeren Anbauzeit meistens etwas größer als die Knollen des Sommerknoblauchs. Somit ist der Ertrag bei Winterknoblauch höher.
Knoblauch anziehen
Die Zehen werden in einem Abstand von etwa 10 Zentimetern in etwa 5 Zentimeter tiefe Löcher eingesetzt. Die Knoblauchzehen sollten mit der Spitze nach oben eingesetzt werden, damit die Keime direkt den Weg nach oben finden. Nach dem Stecken der Knoblauchzehen muss die Erde noch gut gewässert werden. Im Herbst bildet die Zehe vor allem Wurzeln. Je nach Wetter zeigen sich die ersten grünen Spitzen noch vor dem Winter oder erst im Frühjahr. Beides ist normal.
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Pflege, Ernte und Weiteres
Von der Pflege über die Ernte bis zur Lagerung
Standort für Knoblauch auf dem Balkon
Knoblauch ist als Zwiebelgewächs widerstandsfähig und nicht sehr anspruchsvoll. Normalen Winterfrost verträgt Knoblauch gut. Ein mindestens halbsonniger Platz auch im Winter unterstützt das Wachstum.
Bedarf im Überblick
Welche Erde für Knoblauch im Topf?
Damit die Knollen gut wachsen, benötigen sie möglichst lockere, am besten mit Humus angereicherte Erde. Als Erde eignet sich normale Gemüseerde. Wichtig ist, dass die Erde durchlässig ist und kein Wasser steht. Frischen Mist verträgt Knoblauch nicht. Welche Erde sich für welches Gemüse eignet, zeigen wir unter Erde für Balkongemüse.
Knoblauch auf dem Balkon pflegen
Während des Wachstums sollte die Erde immer mal wieder etwas aufgelockert werden. So wird den Knollen in der Erde das Wachstum erleichtert. Bildet euer Knoblauch im Frühsommer einen Blütenstiel, brecht ihn früh aus. Dann steckt die Pflanze ihre Kraft in die Knolle, vor allem, wenn die Erde nicht sehr nährstoffreich ist. Die jungen Stiele könnt ihr essen.
Knoblauch gießen
Die Erde sollte regelmäßig gegossen werden. Im Frühjahr, wenn sich die Knolle bildet, verträgt Knoblauch Trockenheit aber schlecht, sonst bleiben die Knollen klein. Staunässe sollte vermieden werden, um zu vermeiden, dass die Knollen verfaulen. Im Topf trocknet die Erde schneller aus, gießt deshalb öfter, aber jeweils weniger. Im Winter gießt ihr nur an frostfreien Tagen und nur, wenn die Erde trocken ist. Sobald das Laub gelb wird, hört ihr fast ganz auf, damit die Knollen ausreifen. Mehr dazu lest ihr unter Balkongemüse richtig gießen.
Knoblauch düngen
Knoblauch ist ein Mittelzehrer und benötigt daher nur wenig Dünger. Beim Stecken im Herbst reicht der Dünger in frischer Gemüseerde. Im Frühjahr, wenn er wieder wächst, gebt ihr etwas Langzeitdünger oder ein- bis zweimal Flüssigdünger. Ab Mai, wenn sich die Knolle bildet, düngt ihr nicht mehr. Zu viel oder zu später Stickstoff macht die Knollen schlechter lagerfähig. Welche Gemüse stark, mittel oder schwach zehren, zeigen wir unter Fruchtfolge für Gemüse auf dem Balkon, mehr zum Düngen unter Balkongemüse richtig düngen.
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Knoblauch ernten
Den optimalen Zeitpunkt zur Ernte erkennt man bei Knoblauch, wenn sich das Knoblauchgrün langsam braun verfärbt. Es beginnt dann auszutrocknen. Winterknoblauch ist meist im Juni und Juli erntereif, sehr frühe Sorten schon Ende Mai, Sommerknoblauch etwa ab August bis Ende September. Für die Ernte können die Knollen einfach am Laub aus der Erde gezogen werden. Wenn das Laub noch nicht komplett vertrocknet ist, gelingt das Herausziehen etwas leichter und reißt nicht so schnell ab.
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Knoblauch im Topf überwintern
Winterknoblauch bleibt im Winter draußen, er braucht die Kälte sogar, damit sich die Knolle in Zehen teilt. Im Topf friert die Erde aber schneller und von allen Seiten durch als im Beet. Stellt den Topf deshalb auf Holzlatten oder Topffüße, wickelt ihn in Jute oder Vlies und rückt ihn an eine geschützte Hauswand. Balkonkästen nehmt ihr von der Brüstung und stellt sie auf den Boden.
Gefährlicher als Kälte ist Nässe: Nehmt den Untersetzer weg, damit kein Wasser stehen bleibt. Weitere Tipps findet ihr unter Gemüse-Balkon winterfest machen.
Knoblauch richtig lagern
Nach der Ernte kann Knoblauch direkt frisch verwendet werden, denn er schmeckt frisch besonders intensiv. In getrockneter Form lässt sich Knoblauch aber auch länger haltbar machen. Um Knoblauch zu trocknen, werden die ganzen Knollen an einen luftigen Ort aufgehängt. Sehr gut gelingt es, wenn man das Knoblauchgrün zu einem Zopf verflechtet und dann den ganzen Knoblauchzopf luftig aufhängt. Den getrockneten Knoblauch bewahrt man am besten an einem kühlen und trockenen Ort auf. Der Kühlschrank ist eher ungeeignet: Dort ist es zu feucht, die Zehen fangen an zu keimen oder zu schimmeln, und der Geruch zieht in andere Lebensmittel.
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Krankheiten und Schädlinge bei Knoblauch
Meist hat Knoblauch wenig Probleme, solange die Erde nicht nass bleibt. Bei Staunässe faulen die Zehen. An den Blättern kann Rost auftreten, kleine orange bis rostbraune Pusteln. Dagegen helfen etwas Luft zwischen den Pflanzen, wenig Stickstoff und Gießen auf die Erde statt über die Blätter.
Im Frühjahr legen Fliegen ihre Eier an den Knoblauch, vor allem die Knoblauchfliege und die Lauchminierfliege. Ein feinmaschiges Gemüsenetz von den ersten warmen Tagen bis in den Mai hält sie ab. Silbrig glänzende Blätter deuten auf Thripse hin. Findet ihr dicke, weiße Larven in der Topferde, schaut genau hin, denn nicht jede schadet. Wie ihr sie unterscheidet, zeigt die Karte Dicke weiße Larven im Topf.

