Physalis ist mehrjährig, aber nicht winterhart. Schon um 0 Grad erfrieren ihre Triebe, deshalb muss die Andenbeere im Herbst vor dem ersten Frost vom Balkon herein. Der Aufwand lohnt sich: Eine überwinterte Pflanze startet im Frühjahr nicht als kleiner Sämling, sondern als große Pflanze, und ihr erntet deutlich früher. Wann die Physalis rein muss, wie stark ihr sie zurückschneidet, wie das Winterquartier aussehen sollte und wie ihr stattdessen einen Steckling überwintert, erfahrt ihr in diesem Beitrag.
- Zeitpunkt Spätestens vor dem ersten Frost hereinholen, bei uns meist im Oktober.
- Zurückschneiden Die Pflanze kräftig einkürzen, um etwa zwei Drittel, bevor sie reinkommt.
- Winterquartier Hell und kühl, ideal sind etwa 10 bis 15 Grad.
- Gießen Nur selten, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Nicht düngen.
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Kann man Physalis überwintern?
Ja. Die Physalis, auch Andenbeere genannt, stammt aus den Anden in Südamerika und wächst dort mehrjährig. Bei uns wird sie meist nur einen Sommer lang gezogen, weil sie den Winter draußen nicht übersteht. Winterhart ist sie nämlich überhaupt nicht: Sobald es auf 0 Grad zugeht, ist sie ziemlich schnell am Ende.
Holt ihr sie dagegen rechtzeitig herein, kommt sie gut durch den Winter. Der Vorteil: Ihr müsst im Frühjahr nicht wieder mit einer kleinen, frisch ausgesäten Pflanze anfangen. Die überwinterte Pflanze ist schon groß und treibt schnell aus. Sie trägt oft schon ab Juli, eine neu ausgesäte meist erst ab September. Ihr seid mit der Ernte also deutlich früher dran und erntet oft auch mehr.
Wann muss die Physalis rein?
Die Physalis muss herein, bevor der erste Frost kommt, bei uns meist im Oktober. Achtet im Herbst auf den Wetterbericht und wartet nicht bis zur letzten Nacht: Schon eine Frostnacht kann die Triebe erfrieren lassen. Ich habe meine Physalis im Oktober zurückgeschnitten und hereingeholt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Pflanze nach dem Sommer meist riesig und trägt noch die letzten Früchte. Für das Winterquartier ist sie so aber viel zu groß.
Ganze Pflanze oder Steckling?
Ihr habt zwei Möglichkeiten. Entweder ihr überwintert die ganze Pflanze, kräftig zurückgeschnitten. Das bringt im nächsten Jahr den größten Vorsprung, braucht im Winter aber einen hellen, kühlen Platz für einen großen Topf. Oder ihr zieht aus einem abgeschnittenen Trieb einen Steckling und überwintert nur diese kleine Pflanze. Sie braucht kaum Platz und wächst im Frühjahr ebenfalls schnell und kräftig. Habt ihr genug Platz, könnt ihr auch beides machen.
Physalis vor dem Überwintern zurückschneiden
Bevor die Physalis hereinkommt, schneidet ihr sie kräftig zurück, um etwa zwei Drittel. Das tut im ersten Moment ein bisschen weh, ist aber wichtig: Eine so große Pflanze braucht viel zu viel Kraft, um im Winter richtig versorgt zu werden. Geht Trieb für Trieb durch und schneidet die Pflanze herunter, bis nur noch ein kompakter Rest übrig bleibt. Nehmt dafür eine scharfe, saubere Gartenschere.

Beim Zurückschneiden fallen noch grüne Früchte und Blüten mit ab. Esst die grünen Früchte nicht, denn unreife Physalis sind leicht giftig. Ganz grün abgepflückt reifen sie kaum noch nach. Früchte, die an den Trieben bleiben, die mit ins Winterquartier kommen, reifen dort dagegen oft noch aus. Reif sind sie, wenn die Hülle hellbraun und trocken ist und die Beere goldgelb bis orange.
Das richtige Winterquartier: hell und kühl
Nach dem Rückschnitt kommt die Physalis in ihr Winterquartier. Ideal ist ein heller, kühler und frostfreier Platz mit etwa 10 bis 15 Grad, zum Beispiel ein helles Treppenhaus, ein kühles Schlafzimmer oder ein Wintergarten. Hell sollte es sein, damit die Blätter weiter genug Licht bekommen. Kühl sollte es sein, damit die Pflanze in eine Ruhephase geht und Kraft für das Frühjahr sammelt.
Habt ihr nur einen dunklen, kühlen Raum wie einen Keller, geht das nach einem kräftigen Rückschnitt auch. Die Physalis wirft dann einen Teil ihrer Blätter ab und treibt im Frühjahr neu aus.
Warm überwintern: nur mit viel Licht
Ich habe meine Physalis einen Winter lang auch einfach im Zimmer bei normaler Raumtemperatur stehen lassen, und es hat ihr sehr gut getan. Sie ist dabei sogar weitergewachsen und kam im Frühjahr kräftig und mit vielen Blättern aus dem Winter. Ganz ohne Risiko ist das aber nicht: Steht die Pflanze warm, wächst sie weiter und braucht dafür viel Licht. Bekommt sie zu wenig, bildet sie lange, dünne Triebe und verliert Blätter. Außerdem vermehren sich Spinnmilben, Blattläuse und Weiße Fliegen in der warmen Zimmerluft schnell. Warm überwintern geht deshalb nur am hellsten Fenster oder mit einer Pflanzenlampe. Der sichere Weg bleibt hell und kühl.
Gießen und Düngen im Winter
Im Winterquartier wird die Physalis nur noch sehr selten gegossen, gerade so oft, dass sie genug Feuchtigkeit hat und nicht eingeht. Der Wurzelballen sollte nie ganz austrocknen, aber auch nie nass sein. Staunässe müsst ihr unbedingt vermeiden, sonst faulen die Wurzeln. Steht die Pflanze warm, braucht sie etwas mehr Wasser als im kühlen Quartier. Gießt dann, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist.
Dünger braucht die Physalis im Winterquartier nicht. Gedüngt wird erst wieder ab März, wenn sie neu austreibt.
Physalis als Steckling überwintern
Wenn ihr keinen Platz für die ganze Pflanze habt, zieht ihr euch einfach eine neue. Nehmt dafür einen der abgeschnittenen Triebe und schneidet eine etwa 10 Zentimeter lange Triebspitze ab. Entfernt die unteren Blätter und steckt den Steckling etwa zu einem Drittel in einen kleinen Topf mit Anzuchterde. Stellt ihn hell, aber nicht in die pralle Sonne, und haltet die Erde feucht, aber nicht nass. Nach etwa zwei bis drei Wochen bildet er Wurzeln.

Ist der Steckling angewachsen, pflegt ihr ihn an einem hellen, kühlen Platz genauso wie die große Pflanze. So habt ihr eine viel kleinere Physalis, die im nächsten Jahr trotzdem schnell austreibt und kräftig wächst. Wie das bei der Tomate funktioniert, die wie die Physalis zu den Nachtschattengewächsen gehört, zeigen wir unter Tomaten aus Stecklingen ziehen.
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Nach dem Winter: frische Erde und raus auf den Balkon
Ab Februar werden die Tage länger. Stellt die Physalis jetzt so hell wie möglich und gießt nach und nach etwas mehr. Im Frühjahr treibt sie dann wieder kräftig aus. Meine Pflanze hatte im April schon viele neue Blätter und sah kräftig und gesund aus. Zurückschneiden müsst ihr sie nicht noch einmal, das ist ja schon im Herbst passiert. Nur lange, dünne Triebe, die sich im Winter gebildet haben, kürzt ihr ein.

Was sich aber lohnt: frische Erde. Nehmt die Pflanze vorsichtig aus dem Topf oder Pflanzsack, damit möglichst wenige Wurzeln verletzt werden, und tauscht die alte Erde gegen frische Gemüseerde aus. So ist die Erde wieder schön locker, und die Physalis hat frische Nährstoffe für die neue Saison.
An milden Tagen darf sie dann stundenweise raus auf den Balkon, anfangs nicht in die pralle Sonne. Nachts holt ihr sie wieder herein. So gewöhnt sie sich langsam an draußen. Dauerhaft draußen bleibt die Physalis erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn kein Nachtfrost mehr droht. Wie es dann mit Standort, Gießen und Düngen weitergeht, lest ihr auf der Seite Physalis auf dem Balkon anbauen.
Häufige Fehler beim Überwintern
- Zu spät hereingeholt: Schon eine Frostnacht kann die Triebe erfrieren lassen. Lieber ein paar Tage zu früh als zu spät.
- Zu warm und zu dunkel: Die Pflanze bildet lange, blasse Triebe und verliert Blätter. Stellt sie heller oder kühler.
- Zu viel gegossen: Im kühlen Quartier verbraucht die Physalis kaum Wasser. Nasse Erde lässt die Wurzeln faulen.
- Im Winter gedüngt: Die Pflanze ruht und braucht keine Nährstoffe. Dünger gibt es erst wieder ab März.
- Schädlinge übersehen: Im Winterquartier vermehren sich Spinnmilben, Weiße Fliegen und Blattläuse schnell. Kontrolliert die Blätter vor dem Einräumen und danach regelmäßig. Was gegen Blattläuse hilft, steht unter Blattläuse auf dem Balkon bekämpfen.
- Zu früh draußen: Nach dem Winter ist die Pflanze an das Haus gewöhnt. Stellt sie anfangs nur stundenweise raus und lasst sie erst nach den Eisheiligen dauerhaft draußen.
Mehr zur Physalis auf dem Balkon
Ihr wollt im Frühjahr zusätzlich neue Pflanzen ziehen? Wie das geht, steht unter Physalis aussäen für die Balkonanzucht. Paprika und Chili lassen sich übrigens ganz ähnlich überwintern. Und welche Kräuter ihr im Winter auf der Fensterbank ziehen könnt, lest ihr unter Kräuter auf der Fensterbank im Winter.

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