Engerlinge im Blumentopf sorgen oft für Entsetzen.

Hilfe, ich habe Engerlinge im Blumentopf. Jedes Jahr im Frühjahr oder Herbst wenn die alten Blumentöpfe geleert werden, wiederholt sich das Schauspiel. In der Erde befinden sich teilweise dutzende Kriechtiere. Engerlinge im Blumentopf sind für unerfahrene Gemüsebalkon-Gärtener oft erschreckend. Aber sind Engerlinge Schädlinge oder Nützlinge? Wir sagen ganz eindeutig: Es kommt darauf an. Worauf, dass erfahrt ihr im Artikel.

Was sind das für Engerlinge im Blumenkasten?

Die Engerlinge, die es sich in der Gemüseerde gemütlich machen, sind fast immer Blatthornkäferlarven. Der Blatthornkäfer ist eine weitgefasste Käferspezies deren bekanntester Vertreter sicherlich der Maikäfer ist. Neben den Maikäfern sind aber auch Rosenkäfer oder Nashornkäfer Mitglied dieser Gruppe. Die kleinen weißen Larven, die man Engerlinge nennt, sind stark in Verruf geraten und werden meistens mit Schäden an den Wurzeln in Verbindung gebracht. Jedoch sind bei weitem nicht alle Engerlinge schädlich und leider sind auch viele der Käfer mittlerweile extrem selten geworden, so dass sie teilweise unter Naturschutz gestellt werden mussten. Daher ist es wichtig, bei der Entdeckung direkt unterscheiden zu können, ob die Larven eurem Gemüse Schaden zufügen können oder sogar Nützlinge sind.

Sind Engerlinge im Blumenkasten Schädlinge oder Nützlinge

Die Engerlinge im Blumentopf sind nicht immer Schädlinge. Beispielsweise ernährt sich die Larve des Rosenkäfers von abgestorbenem, organischem Material. Nur in Ausnahmefällen knabbert der Engerling des Rosenkäfers auch an frischem Wurzelwerk. Normalerweise wird also bereits altes, unnützliches Material vorgezogen und verarbeitet. Damit ist die Rosenkäferlarve ein echter Nützling denn die Larven unterstützen damit den Zersetzungsprozess. Maikäferlarven nagen tatsächlich auch frisches Material und junge Wurzeln an. Sie können, wenn sie in großer Zahl auftreten, auch größere Schäden verursachen. Die Nützlinge können problemlos im Blumentopf verbleiben, die Schädlinge möchten vielleicht lieber außerhalb der heimischen Blumenerde weiterknabbern. Es hilft demnach, zwischen Nützlingen und Schädlingen unterscheiden zu können.

Maikäfer

Maikäfer

Rosenkäfer

Rosenkäfer

Rosenkäferlarven und Maikäferlarven unterscheiden

Die Larven von Rosenkäfer und Maikäfer sind optisch für ungeübte Balkongärtner nicht einfach zu unterscheiden. Da der Maikäfer eher umgesetzt und Rosenkäfer gepflegt werden wollen, ist eine Unterscheidung aber sinnvoll. Das gute Vorweg: Fast immer sind die kleinen Engerlinge im Blumentopf in der Blumenerde die nützlichen Rosenkäfer. Um sich ganz sicher zu sein, gibt es drei markante Unterscheidungsmerkmale zwischen Rosenkäferlarven und Maikäferlarven. Das erste Merkmal ist die Form. Maikäferlarven sind gleichmäßig dick während die Larven des Rosenkäfers zum Kopf hin etwas dünner werden. Das zweite sehr sichtbare Merkmal sind die kleinen Beine. Beim Rosenkäfer sind es eher kleine Stummelchen, beim Maikäfer sind sie deutlich länger. Das lässt sich im Vergleich sehr gut erkennen. Ohne Vergleich kann dies allerdings auch in die Irre führen. Daher hilft ein dritter Vergleich. Wenn man die Engerling aus der Erde nimmt und auf eine ebene Fläche legt, bewegen sie sich unterschiedlich. Während die Maikäferlarve auf der Seite liegenbleibt, beginnen Rosenkäfer nach kurzer Zeit wegzurobben. Das ist leicht zu erkennen und sieht ulkig aus, denn die Larven robben nicht auf dem Bauch wie man es erwarten würde. Rosenkäferlarven drehen sich auf den Rücken und robben auf diese Art davon.

  • Rosenkäferlarven werden zum Kopf hin dünner, Maikäfer sind überall gleich dick.

  • Maikäferlarvenbeine sind länger als die von Rosenkäfern

  • Rosenkäferlarven drehen sich auf den Rücken und robben weg, Maikäferlarven bleiben reglos liegen.

Was tun bei Verdacht auf Engerlinge im Blumentopf

Engerlinge in der Blumenerde richten nur selten größeren Schaden an. Dennoch kann es vorkommen, dass Pflanzen den Kopf aus unerklärlichen Gründen hängenlassen. Dann können Engerlinge im Blumentopf die Ursache sein. An dieser Stelle hilft ein Test. Hierzu stellt man die Pflanzen vollständig bis zur Erdkante unter Wasser. Dann wartet man etwa 1-2 Stunden. Die Larven kriechen dann an die Oberfläche und können einfach eingesammelt werden. Besteht Verdacht auf einen schädlichen Befall und es gibt keine Möglichkeit zum Erdtausch, dann können Nützlinge gegen Schädlinge helfen. Beispielsweise helfen Nematoden die einfach mit dem Gießwasser verabreicht werden können. In jedem Fall sollten möglichst schonende Methoden eingesetzt werden. Weiterhin sollte immer beachtet werden, dass auch die vermeintlichen Schädlinge nur etwas Nahrung suchen. Meistens ist es die bessere Wahl, den Larven eine neue Heimat anzubieten statt sie zu töten.

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