Nachtschattengewächse auf dem Balkon anbauen

Letzte Aktualisierung: 15/01/2023

Nachtschattengewächse auf dem Balkon anbauen

Zur Familie der Nachtschattengewächse gehören viele Obst und Gemüsesorten, welche sich täglich auf unserem Speiseplan befinden. Man kann auch sehr gut Nachtschattengewächse auf dem Balkon anbauen. Zu den beliebten Nachtschattengewächsen für den Balkon gehören Kartoffeln, Tomate, Paprika oder Aubergine. Zu dieser Kategorie zählen auch die Physalis, die Goji-Beeren oder Chili.

Chili im Blumenkasten

Herkunft der Nachtschattengewächse

Der größte Teil der Nachtschattengewächse ist in Mittel- und Südamerika beheimatet. Mittlerweile sind diese Pflanzen allerdings in der ganzen Welt präsent. Was ihr Erscheinungsbild betrifft, so gibt es enorme Unterschiede. Manche dieser Pflanzen sind mehrjährig und ausdauernd, während andere einjährig sind. Einige sind krautig und andere wiederum verholzt.

Die Blüten unterschiedlicher Nachtschattengewächse weisen eine große Ähnlichkeit auf. Dadurch ist ihre Verwandtschaft zueinander sofort erkennbar. Meistens haben sie eine kelchförmige Form. Außerdem weisen sie vorwiegend fünf Blätter auf.

Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse gehören zu den Bedecktsamern. Wie bei Laubbäumen, Hülsenfrüchten oder Getreide sind ihre Samen von einem Fruchtknoten umschlossen.

Unter den Nachtschattengewächsen gibt es essbare Pflanzen, die ein wichtiges Nahrungsmittel für den Menschen darstellen. Außerdem gehören manche Arten zu wertvollen Heilpflanzen und es gibt einige giftige Sorten. Die Pflanzenfamilie umfasst mehr als 100 Gattungen, die in über mehr als 2.700 Arten eingeteilt werden. Sie werden auch als Solanaceae bezeichnet. Die Früchte der Nachtschattengewächse sind vorwiegend Beeren oder Kapseln.

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Gifthaltige Nachtschattengewächse

Viele Nachtschattengewächse verfügen über einen hohen Gehalt an Alkaloiden. Das Allkaloid Solanin ist vor allem in der Schale und im Kern vorhanden. Solanin ist zunächst einmal ungesund und kann zu Magenkrämpfen führen. Der Solaningehalt wird aber niedriger, je reifer die Frucht ist. Daher sollten Nachtschattengewächse nie unausgereift verzehrt werden. Nicht nur das wäre ungesund, sondern auch eine einseitige Ernährung mit diesen Sorten. Bei ausgewogenem Verzehr sind die reifen Früchte aber überaus gesund und voller Vitamine. Damit sind sie ein unverzichtbarer Teil auf dem Speiseplan.

Giftige Nachtschattengewächse werden Balkongärtner sicherlich nicht pflanzen, um sie zu verzehren. Aufgrund ihrer hochgiftigen Alkaloide wirken sie halluzinogen. Zu diesen Giftpflanzen gehört auch Tollkraut.

Nachtschattengewächse auf dem Balkon können auch Zierpflanzen sein. Hier ist Vorsicht geboten, denn die Pflanzenteile von Nachtschattengewächsen sind giftig. Daher sollte man achtsam sein, wenn man Kinder oder Haustiere hat. Zu diesen Ziergewächsen zählen die Engelstrompete, der Ziertabak, die Bauernorchidee, die Petunie, der Korallenstrauch oder der Enzianstrauch.

Heilende Wirkung bei Nachtschattengewächsen

Essbare Nachtschattengewächse werden dagegen aufgrund ihrer Mineralstoffe und Vitamine besonders geschätzt. So übertrifft der Gehalt an Vitamin C in Paprika den Gehalt einer Zitrone sogar. Mit Vitamin C wird man in hohem Maße auch durch Tomaten versorgt. Außerdem weisen Tomaten auch den bewährten roten Stoff Lycopin auf. Dieser schützt vor Krebs, hält die Gefäße elastisch und wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend.

Die dunkelviolette Farbe erhalten Auberginen durch Anthocyane. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben antioxidative Charakteristiken. So schützen sie bestens vor Faltenbildung und vor altersbedingten Krankheiten wie Alzheimer.

Im Cayenne-Pfeffer, einer Art von Paprika ist das Alkaloid Capsaicin zu finden. Dieses kann Rückenschmerzen lindern und ist zum Beispiel in Wirkstoffpflastern zu finden.

Hochwirksame Alkaloide sind allerdings auch in giftigen Nachtschattengewächsen enthalten. Daher wird ihre heilende Wirkung vielfach in Medikamenten ausgenutzt. Tollkirschen werden beispielsweise in der Augenheilkunde und bei Magen-Darm-Erkrankungen und Stechapfel bei Rheuma verwendet.

Worauf bei der Pflege von Nachtschattengewächsen zu achten ist

Nachtschattengewächse auf dem Balkon brauchen Wärme und Licht. Sie sind auch sehr frostempfindlich. Bei den meisten dieser Pflanzen aus der Gattung der Nachschattengewächse handelt es sich um Starkzehrer. Das bedeutet, dass sie ausreichend Nährstoffe im Boden, regelmäßig Dünger und viel Platz benötigen. Dennoch sind besonders Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen sehr gut für den heimischen Anbau auf dem Balkon geeignet. Hier einige Pflegetipps:

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Diese Nachtschattengewächse auf dem Balkon gelingen besonders gut

Kartoffeln

Eine reiche Kartoffelernte wird durch einen nährstoffreichen und durchlässigen Boden gewährleistet. Bevor Pflanzkartoffeln in den Boden gesetzt werden, muss die Temperatur des Bodens dauerhaft bei minimal 8 Grad Celsius liegen. In einem Abstand von 30 bis 40 cm werden die Kartoffeln in 10 bis 15 cm tiefe Löcher gesetzt. Sobald einige Zentimeter der Triebe zu sehen sind, kann die Erde etwas angehäufelt und damit zugleich auch der Boden etwas gelockert werden. So setzt man die künftigen Knollen nicht dem Tageslicht aus. Außerdem entfernt man das vorhandene Unkraut. Gießen muss man bei einer längeren Trockenperiode und vor allem auf dem Balkon. Die Kartoffeln werden von Juni bis August und in Abhängigkeit von der Sorte geerntet. Hier erfahrt ihr alles über den Anbau von Kartoffeln auf dem Balkon.

Kartoffeln im Pflanzsack anbauen

Tomaten

Tomaten eignen sich optimal für den Anbau im Pflanzgefäß auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Sie sind relativ pflegeleicht und wachsen schnell. Pflanzen, die aus Samen vorgezogen wurden, dürfen erst nach den Eisheiligen ins Freie. Wenn sie gewachsen sind, benötigen sie zusätzlichen Halt durch einen Stock. Regelmäßig sollten die Triebe in den Blattachsen entfernt werden. Die Tomatenpflanze hat einen hohen Bedarf an Nährstoffen. Eine reiche Ernte wird deshalb durch regelmäßiges Düngen gewährleistet. Hierzu eignet sich ein spezieller Dünger für Tomaten, der einen hohen Anteil an Kalium aufweist. Hier erfahrt ihr alles über den Anbau von Tomaten auf dem Balkon.

Paprika

Paprika gehört zu den besonders wärmebedürftigen Gemüsesorten. Einen sicheren Ertrag erhält man aus diesem Grund unter dem Folientunnel oder im Gewächshaus. Aber auch ohne diese Hilfsmittel gelingt der Anbau. Für die Anzucht auf dem Balkon sollte man einen sonnigen Standort aussuchen. Am besten eignet sich ein Ort an einer Südwand. Im Frühjahr zieht man die Pflanzen vor und setzt sie im Mai ins Freie. Alle zwei Wochen muss dann ein Gemüse- Flüssigdünger verwendet werden, wenn die Pflanze im Kübel ist. Während des Sommers kann man Brennesseljauche oder organischen Gemüsedünger geben. Die Pflanze darf nicht austrocknen und benötigt viel Wasser. Hier erfahrt ihr alles über den Anbau von Tomaten auf dem Balkon.

Auberginen

Es kann sehr anspruchsvoll sein, Auberginen anzubauen. Die Pflanze ist sehr wärmeliebend. Dennoch kann die Pflanze auf dem Balkon angebaut werden. Besonders in einem Pflanzsack gelingt es sehr gut und verspricht reiche Ernte.

Im Mai wird die vorgezogene Pflanze ins Freiland gesetzt. Sie kann sehr hoch wachsen und bedarf einer Stütze. Auf ihren Blättern mag sie keinen Dauerregen wie die Tomate. Dennoch sollte die Erde stets nass gehalten werden, wobei Staunässe vermieden werden sollte. Ein regelmäßiges Düngen ist ebenfalls wichtig, Allerdings muss darauf geachtet werden, dass der Dünger für Auberginen auch geeignet ist. Ein guter biologische Gemüsedünger ist hier die richtige Wahl. Hier erfahrt ihr alles über den Anbau von Auberginen auf dem Balkon.

Auberginen im Pflanzsack anbauen
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